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Bosch Braga: Halbleiterkrise führt zu Kurzarbeit für 2500 Mitarbeitende

Ingenieur im blauen Overall prüft Zahlen und Pläne in einer modernen Fabrik mit Roboterarmen.

Bosch Braga: 2500 Mitarbeitende in Kurzarbeit

Die ersten Folgen der Halbleiterkrise sind in Portugal bereits spürbar. Das Bosch-Werk in Braga – die grösste Einheit des Konzerns im Land – will laut der Zeitung Negócios nächste Woche Kurzarbeit einführen und 2500 Mitarbeitende vorübergehend nach Hause schicken.

Betroffen sind sämtliche Mitarbeitenden in der Produktion, die auf Mobilitätslösungen spezialisiert sind; sie bleiben für unbestimmte Zeit zu Hause. Mitarbeitende, die die Produktion unterstützen, sollen hingegen nur noch einmal pro Woche in den Betrieb kommen.

Bosch erklärte dazu in einer Mitteilung: „Wegen der Knappheit an Komponenten für elektronische Teile und der wiederholten Unterbrüche in der Produktion tritt der im Arbeitsgesetz vorgesehene Mechanismus der Kurzarbeit ab Anfang November bis voraussichtlich Ende April 2026 in Kraft.“ Bis anhin hat sich Bosch zum konkreten Kurzarbeitsentscheid nicht offiziell geäussert.

Diese Kurzarbeit kommt zu den seit Jahresbeginn geschätzten 297 Entlassungen hinzu – eine Zahl, die nahe bei den rund 300 Entlassungen liegt, die 2024 verzeichnet wurden.

Eine Krise, die die ganze Industrie bedroht

Die Chipkrise nimmt zunehmend besorgniserregende Züge an. Besonders gefährdet sind zuerst die Zulieferer – mit dem Risiko, dass es in der Folge auch zu Unterbrüchen an den Montagelinien der Autohersteller kommt.

Auslöser: Exportbeschränkungen rund um Nexperia

Ausgelöst wurde die aktuelle Situation durch Beschränkungen, die China bei den Exporten von Nexperia verhängt hat. Nexperia ist ein niederländischer Halbleiterproduzent, der von der chinesischen Wingtech kontrolliert wird. Das Unternehmen liefert rund 60% seiner Produktion an die Automobilindustrie.

Die Einschränkungen folgten auf den Entscheid der niederländischen Regierung, Nexperia zu verstaatlichen. Dieser Schritt – unter Druck aus den USA erfolgt – sollte den Einfluss von Wingtech begrenzen.

Die von Nexperia hergestellten Chips werden für grundlegende Funktionen eingesetzt, etwa für Beleuchtung und Lenksysteme, sowie für bis zu 700 weitere kritische Komponenten. Fehlt auch nur ein einziger Chip, kann das eine komplette Produktionslinie zum Stillstand bringen.

Was wird unternommen?

Gegenüber ECO versicherte eine offizielle Bosch-Quelle, das Unternehmen stehe in „nahem“ Kontakt mit Nexperia: „Wir erwarten eine rasche Lösung zwischen den beteiligten Parteien, die dazu beiträgt, die aktuelle Engpasssituation zu entschärfen.“

Reaktionen von Bosch und Autoeuropa

Auch Autoeuropa in Palmela verfolgt die Entwicklung der Krise aufmerksam. In einer Mitteilung räumte das Unternehmen kurzfristige Auswirkungen ein, betonte jedoch, dass die Produktion dieser Woche gesichert sei.

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