Zum Inhalt springen

PK MIL SA: PONAR Wadowice SA und KZVV starten Bohdana-Produktion in Polen

Zwei Männer schütteln Hände vor einem Panzer in einer Werkstatt mit Laptop, Helm und Munition auf dem Tisch.

Joint Venture PK MIL SA für Bohdana-Haubitzen in Polen

Mit dem Ziel, die Fertigung der ukrainischen Bohdana-Haubitzen zu stärken, haben zwei Unternehmen das Joint Venture PK MIL SA gegründet. Die neue Gesellschaft soll über eine Lizenz verfügen, um die Systeme auf polnischem Staatsgebiet herzustellen. Damit sollen europäische Industriekapazitäten besser genutzt werden – im Sinne der Initiativen des Plans ReArm Europe. Hinter dem Vorhaben stehen PONAR Wadowice SA sowie Kramatorskie Zakłady Budowy Ciężkich Obrabiarek (KZVV); beide arbeiten seit Oktober daran, die nötigen Bewilligungen einzuholen, um die Produktion dieser Systeme aufnehmen zu können.

Rollen von PONAR Wadowice SA und KZVV sowie Exportperspektive

PONAR Wadowice SA gilt als bedeutender polnischer Industrieakteur mit Schwerpunkt auf Hydrauliksystemen für den Verteidigungs- wie auch den zivilen Bereich. KZVV ist wiederum ein ukrainisches Unternehmen, das auf Schwermaschinenbau spezialisiert ist – darunter auch Artilleriesysteme.

Bekannt ist ausserdem, dass PONAR Wadowice SA 51 % der Anteile an PK MIL SA halten wird. Diese Struktur – verbunden mit dem Standort in Polen – eröffnet die Möglichkeit, das Bohdana-System an weitere potenzielle internationale Kunden zu exportieren, insbesondere innerhalb Europas.

Offizielle Zielsetzung: 155-mm-Artillerie nach NATO-Standard

In einer offiziellen Mitteilung von PONAR Wadowice wurde das Vorhaben wie folgt beschrieben: „Das Ziel des Unternehmens ist es, Artilleriesysteme im Kaliber 155 mm nach NATO-Standard zu produzieren, einschliesslich der selbstfahrenden Haubitze Bohdana und der gezogenen Haubitze Bohdana-BG. Das Projekt wird umgesetzt, indem europäische Produktionskapazitäten und die enge industrielle Zusammenarbeit zwischen Polen und der Ukraine genutzt werden (…) Die Gründung von PK MIL SA ist eine Antwort auf die steigende Nachfrage nach erprobten, zuverlässigen und skalierbaren Artilleriesystemen. Das neue Unternehmen wird es ermöglichen, die Produktionskapazität zu erhöhen, die Lieferketten zu verkürzen und die Aktivitäten des Verteidigungssektors effizienter zu koordinieren.“

Einsatzbilanz seit 2022 und mögliche Abnehmer

Zur Einordnung lohnt sich der Hinweis, dass die selbstfahrenden Bohdana-Haubitzen seit Beginn des Kriegs zwischen der Ukraine und Russland im Jahr 2022 umfangreich im Einsatz stehen. Sie gehören zu den zentralen ukrainischen Bestrebungen, die eigenen Kräfte zu modernisieren und an den NATO-Standard anzupassen. Lokalen Berichten zufolge wurden bislang mehr als 600 Haubitzen produziert. Zudem seien mehr als 800'000 Schuss abgegeben worden – eine Zahl, die zwar auch symbolischen Charakter haben kann, zugleich aber auf die intensive Nutzung des Systems im Gefechtsfeld hinweist. Ein Teil der Systeme wurde dabei sogar über Mittel europäischer Verbündeter Kyjiws finanziert.

Mit Blick auf potenzielle Kunden nennen bisher veröffentlichte Berichte die polnische Armee als einen der wichtigsten Kandidaten. Dort könnten Bohdana-Systeme dazu dienen, ältere Dana-Modelle im Kaliber 152 mm abzulösen – ein Punkt, der laut Medienanfragen von Beratern von PONAR angedeutet wurde. Einer davon, der Berater Jacek Zygmunt, sagte: „Unser System weckt Interesse in mehreren Regionen der Welt, einschliesslich Europa, besonders an der Ostflanke der NATO.“ Ebenso liegt die Annahme nahe, dass die Produktion auch darauf abzielt, die Bestände der ukrainischen Streitkräfte zu erhöhen; weitere Details wurden hierzu jedoch nicht bekanntgegeben.

Technische Eckdaten der Bohdana (155 mm)

Zu den Eigenschaften der Plattform zählt, dass es sich um 155-mm-Haubitzen handelt, die bis zu 5 Schuss pro Minute abgeben können und mit verschiedenen, bei der NATO genutzten Munitionsarten kompatibel sind. Dazu gehören unter anderem M107-Hochexplosivgeschosse (für Ziele in einer Entfernung von bis zu 42 km), ausserdem M795 sowie M982 Excalibur und weitere.

In der selbstfahrenden Ausführung ist das System auf einem Lastwagen integriert, dessen gepanzertes Führerhaus Schutz gegen Beschuss mit Handfeuerwaffen sowie gegen Splitter gegnerischer Geschosse bieten soll. Gleichzeitig ermöglicht die Trägerplattform eine Verlegung mit bis zu 80 km/h sowie eine Reichweite von 800 km auf der Strasse.

Bilder dienen nur zur Illustration

Kommentare

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!

Kommentar hinterlassen