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Feuerwehr-Kran (FwK) und Mobilkran: Tipps für die Zusammenarbeit mit Kranunternehmen

Zwei Einsatzkräfte mit Helm besprechen sich vor Kran und Lastwagen auf Autobahn bei klarem Himmel.

Der Feuerwehr-Kran (FwK) ist ein Feuerwehrfahrzeug, das wegen der hohen Anschaffungs- und laufenden Kosten nur bei wenigen Feuerwehren – und oft nicht doppelt – verfügbar ist. Darum arbeiten Feuerwehren in der Praxis regelmässig mit privaten Kranunternehmen zusammen. Hier findet Ihr Hinweise, wie die Kooperation möglichst gut läuft und worauf Ihr beim Aufbieten eines Mobilkrans achten solltet.

Inhalt:

  • Die 7 wichtigsten Tipps
  • Zusammenarbeit von Feuerwehr und Unternehmen: Bremer Modell
  • Bergung eines Lastzugs
  • Mobilkran-Lexikon: Taxikran, Gittermast & Co.
  • Tonnen, die in die Irre führen

Die 7 wichtigsten Punkte für die Feuerwehr…

…fasst Markus Helling zusammen, Kranunternehmer aus Schwäbisch Gmünd (BW, Ostalbkreis):

  1. Ein Mobilkran braucht eine ungehinderte Zufahrt, einen tragfähigen Stellplatz sowie genügend Bewegungsraum – idealerweise rund 10 Meter Freiraum rund um das Kranfahrzeug.
  2. Bis die Kranunterstützung eintrifft, sollten die Einsatzkräfte Zufahrt und Stellfläche vorbereiten und von Fahrzeugen sowie Trümmerteilen räumen.
  3. Sobald die Abstützungen ausgefahren werden oder der Kranausleger (Oberwagen) schwenkt, gilt: Abstütz- und Schwenkbereich sind für alle Einsatzkräfte und besonders für unbeteiligte Personen tabu! Der Kranführer muss sich auf Ausleger, Haken, Anschlagpunkte und Last konzentrieren und kann nicht als “Platzordner”14 fungieren. Darum ist es sinnvoll, wenn verfügbare Feuerwehrkräfte den Bereich absperren.
  4. Zonen, in denen Stahlseile oder andere Komponenten unter Zug bzw. Spannung stehen, dürfen ebenfalls nicht betreten werden.
  5. Beim Eintreffen benötigen Kranunternehmen Angaben zur Art und zum Umfang der Ladung.
  6. In vielen Fällen lässt sich ein verunfallter Lastzug nur dann schnell und erfolgreich bergen, wenn die Ladung vorher ab- oder umgeladen wurde.
  7. Die Feuerwehr hat den Brandschutz sicherzustellen. „Das ist ein wichtiger Punkt für die Bergungsmaßnahmen mit einem Mobilkran“, erklärt Helling, „denn es können dabei immer Funken reißen.“

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Zusammenarbeit von Feuerwehr und Unternehmen: Das Bremer Modell

Auch die Feuerwehr Bremen setzt auf die Unterstützung eines Mobilkranunternehmens. Zwar hält die Berufsfeuerwehr rund um die Uhr ein eigenes Spezialfahrzeug bereit – einen Feuerwehr-Kran 30. An Tagen, an denen der FwK ausser Dienst ist, übernimmt jedoch eine Kranfirma die Einsatzbereitschaft. Ebenso springt das Unternehmen ein, wenn für eine Bergung zwei Geräte gleichzeitig gebraucht werden.

“Für die Feuerwehr Bremen ist diese Zusammenarbeit eine effektive und kostengünstige Lösung – als Rückfallebene für wenige Tage im Jahr”, betont Karl-Heinz Knorr, ehemaliger Leiter der Feuerwehr Bremen bei einem Interview 2016. Abgerechnet wird durch das Unternehmen nur der konkrete Einsatz, nicht das Vorhalten eines Geräts. Häufig wird der angeforderte Mobilkran dann durch ein Polizeifahrzeug mit Sondersignal zur Einsatzstelle begleitet.

Bergung eines Lastzuges

Geht es bei der Bergung um einen Lastzug, lässt sich Zeit sparen, wenn die Einsatzkräfte dem Kranunternehmer vorab einige zentrale Informationen durchgeben:

  • In welcher Lage befindet sich der Lastzug?
  • Ist der Lkw beladen – und wenn ja, womit?
  • Muss der komplette Sattelzug inklusive Zugmaschine geborgen werden oder nur ein Anhänger?
  • Wie stark ist das Unfallobjekt beschädigt?
  • Wie sind die Strassen- bzw. Bodenverhältnisse?

Aus den Antworten ergibt sich, mit welcher Vorgehensweise und mit welchem Gerät die Bergung sinnvoll und machbar ist.

Mobilkran-Lexikon: Taxikran, Gittermast & Co.

Bei Mobilkranen wird grundsätzlich zwischen Teleskopkranen, Gittermastkranen und Raupenkranen unterschieden. Typisch ist der Aufbau aus Unterwagen und Oberwagen, meist mit zwei getrennten Motoren (für Fahrbetrieb und Kranbetrieb). Kleinere Citykran-Modelle bilden eine Ausnahme: Sie verfügen häufig über eine gemeinsame Bedien- und Kranfahrerkabine, weil nur ein einziger Antrieb vorhanden ist. Autokrane mit bis zu zehn Achsen müssen die Vorgaben und Konstruktionsregeln der Strassenverkehrs- und Zulassungsordnung erfüllen. Raupenkrane hingegen werden für den Transport in Einzelkomponenten zerlegt und auf Tiefladern bzw. Sattelschleppern zur Baustelle gebracht.

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Der Teleskopkran mit drei bis fünf ausfahrbaren Segmenten gilt als klassischer Mobilkran und lässt sich noch am ehesten mit den Hubrettungsfahrzeugen der Feuerwehr vergleichen. Gittermastkrane können ihre Mastelemente zwar auf unterschiedliche Höhen konfigurieren und übertreffen damit die Leistungsfähigkeit der Teleskoptechnik – diese punktet dafür mit schneller Verfügbarkeit und kurzen Rüstzeiten.

Zu den stärksten Mobilkranen zählen Raupenkrane mit Gittermast. Hubleistungen um rund 1.000 Tonnen sowie Hakenhöhen von über 200 Metern sind heute problemlos erreichbar. Der Vorteil: Raupenkrane lassen sich auch auf schwierigem Gelände einsetzen und können sogar im Schleichgang sehr schwere Lasten schonend verfahren.

Das Prinzip eines Raupenkrans ähnelt einer Wippe: Am Ballastausleger hinten muss stets so viel Gegengewicht angehängt werden, wie vorne am Hauptausleger als Montagelast bewegt wird. Deshalb ist ein Raupenkran bei der Montage auf die Unterstützung eines kleineren Mobilkrans angewiesen.

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Im Feuerwehreinsatz kommen häufig sogenannte Taxikrane zum Zug. Diese können selbstständig und ohne zusätzliches Equipment – etwa weitere Gegengewichte auf zugeordneten Lastwagen oder Tiefladern – arbeiten, teils sogar mit Ein-Mann-Besatzung. Die Hubkraft ist jedoch oft dadurch eingeschränkt, dass auf dem Oberwagen nicht genügend Gegengewichte mitgeführt werden. Dann ist ein Begleittransport für zusätzlich benötigte Stahlplatten (Gewichte) meist trotzdem erforderlich. Ein zentrales Mobilitätsproblem bei Kranwagen: Nutzfahrzeuge müssen gesetzlich so gebaut und ausgerüstet sein, dass Strassen und Brücken nicht beschädigt werden. Die Achslast ist auf 12 Tonnen begrenzt.

Tonnen, die in die Irre führen

Die in der Kranbranche üblichen Fahrzeugbezeichnungen mit Tonnenangaben führen leicht zu Missverständnissen. Erstens beziehen sie sich nicht auf das Eigengewicht, sondern auf die maximale Hubfähigkeit. Zweitens gilt: Wenn von einem 80-Tonnen-Kran gesprochen wird, heisst das, dass der Kranwagen dieses Maximalgewicht nur unter idealen Bedingungen heben könnte – bei steilstem Aufstellwinkel, minimaler Ausladung und eingefahrenem Teleskopmast.

Sobald Ausladung und Masthöhe zunehmen, sinkt die realistische Hubleistung in einer kurvenförmigen Leistungsgrafik sehr schnell. Darum muss immer mit deutlichen Reserven in Bezug auf das Gegengewicht gerechnet werden. Bei modernen Kranwagen erfolgt das computergestützt; automatische Lastbegrenzungen lassen sich kaum noch umgehen. So stösst zum Beispiel ein 60-Tonnen-Kran bei der Bergung eines 40 Tonnen schweren Lastzugs rasch an seine Grenzen.

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