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Einsatzhygiene und Kontaminationsverschleppung bei der Feuerwehr: Best Practice und Praxistipps

Feuerwehrmann hält Plastiksack mit Ausrüstung vor einem Löschfahrzeug mit Helmen in einer Feuerwache.

Feuerwehrangehörige haben im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung ein erhöhtes Risiko, an verschiedenen Krebsarten zu erkranken. Umso zentraler sind konsequente Hygiene und das Verhindern von Kontaminationsverschleppung. Hier zeigen wir Best-Practice-Beispiele und geben praktische Hinweise.

Inhalt

  • DGUV: Massnahmen gegen Kontaminationsverschleppung
  • Kontamination: Die 10 wichtigsten Schutzmassnahmen im Einsatz
  • Grobe Dekontamination und Einsatzstellenhygiene
  • Die richtige Handhygiene für die Feuerwehr im Einsatz
  • Feuerwehr im Einsatz: Einfache Lösungen für die Hygiene
  • Feuerwehr Falkensee: PSA direkt in Beutel
  • Feuerwehrbekleidung im Gerätewagen wechseln
  • Feuerwehr Bremen kämpft für neue Schutzkleidung
  • Krebs in Deutschland

DGUV: Massnahmen gegen Kontaminationsverschleppung

Krebs ist gemäss einer 2018 veröffentlichten Studie kanadischer Forschender mit grossem Abstand die häufigste Todesursache bei Feuerwehrleuten. Bestimmte Krebsarten treten demnach bei Einsatzkräften dreimal so oft auf wie in der Allgemeinbevölkerung.

Mit der DGUV Information 205-035 „Hygiene und Kontaminationsvermeidung bei der Feuerwehr“ (als PDF gratis verfügbar oder gegen einen kleinen Beitrag als Druckversion) hat die DGUV einen aktualisierten Massnahmenkatalog publiziert. Das zentrale Zitat gleich vorweg: “die Kommune als Trägerin der Feuerwehr ist für die Sicherheit und die Gesundheit der Einsatzkräfte – und damit auch für die Ableitung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen zur Expositionsvermeidung – verantwortlich”.

Konkret bedeutet das: Eure Gemeinde oder Stadt muss sicherstellen, dass geeignete Ausrüstung vorhanden ist und ein klarer Ablauf für Hygienemassnahmen – zum Beispiel nach einem Brandeinsatz – festgelegt ist. Dazu kann eine zweite Garnitur Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) gehören, ebenso wie eine Möglichkeit zur fachgerechten Reinigung. Zusätzlich sollte ein Ablaufschema erarbeitet werden, wie kontaminierte PSA abgelegt wird und welche erste Reinigungsschritte direkt nach dem Einsatz erfolgen. Ein ausführliches Ablaufschema ist auf Seite 21 der DGUV Information zu finden.

Dazu gibt es ein kurzes Video:

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Trotzdem gilt: Am Ende müssen Einsatzleitung und jede einzelne Einsatzkraft diese Massnahmen anordnen beziehungsweise umsetzen. Wer bei einem Gebäudebrand ohne Atemschutz im Rauch steht, trägt dafür auch persönlich Verantwortung.

Dabei ist Brandrauch nicht die einzige Quelle krebserregender oder toxischer Stoffe. Ebenso können kontaminierte Feststoffe, weitere flüchtige Gase oder austretende Flüssigkeiten belastend sein.

Die DGUV empfiehlt im Übrigen PSA mit hellem Oberstoff, weil sich Kontaminationen und der Erfolg der anschliessenden Reinigung darauf besser erkennen lassen. Für Hygienemassnahmen am Einsatzort sollen unter anderem luft- und flüssigkeitsdichte Behältnisse zum Aufnehmen kontaminierter PSA und Ausrüstung verfügbar sein, ebenso Reinigungsmöglichkeiten wie Hygieneboards.

Kontamination: Die 10 wichtigsten Schutzmassnahmen im Einsatz

Hier sind die 10 wichtigsten Hinweise nochmals kompakt zusammengefasst:

1. Bei Löscharbeiten immer umluftunabhängigen Atemschutz tragen – auch bei vermeintlich kleinen oder „harmlosen“ Bränden wie Abfallbehältern oder Personenwagen. Auch dort werden gesundheitsschädliche Stoffe freigesetzt. Für Nachlöscharbeiten mindestens Filter verwenden.

2. Kontaminierte Schutzbekleidung nach Möglichkeit bereits an der Einsatzstelle wechseln. Als Ersatz für die Rückfahrt zum Stützpunkt sollte Trainingsbekleidung in verschiedenen Grössen auf den Einsatzfahrzeugen mitgeführt werden.

3. Hände, Gesicht und Hals so rasch wie möglich nach dem Einsatz reinigen. In vielen modernen Fahrzeugen sind passende Hygieneboards serienmässig verbaut; alternativ hilft sauberes Wasser aus dem Löschwassertank über einen Druckabgang am Fahrzeug.

4. Essen und Trinken in verschmutzter Einsatzkleidung sind ebenso tabu wie Raucherpausen an der Einsatzstelle. Sonst können Schmutzpartikel über den Mund und die Atmung in den Körper gelangen.

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5. Führungskräfte sollten ihrer Vorbildrolle gerecht werden und dem Angriffstrupp bei den Löscharbeiten nicht ohne Atemschutzgerät zuschauen. Auch Gruppen-, Zug- oder Wehrführer sind nicht vor krebserregenden Schadstoffen geschützt.

6. Nach dem Einsatz die möglicherweise mit Schadstoffen belastete persönliche Schutzausrüstung sowie verschmutzte Geräte oder Schläuche nicht im Mannschaftsraum des Löschfahrzeugs transportieren. Sonst wird Kontamination weitergetragen.

7. Nach einem Brandeinsatz möglichst bereits in der Feuerwache duschen. Wechselkleidung sollte für solche Fälle im persönlichen Spind bereitliegen, weil auch privat getragene Kleidung unter dem Schutzanzug belastet sein kann.

8. Verdreckte Einsatzkleidung nicht einfach zurück in den Spind hängen, sondern konsequent fachgerecht reinigen lassen. Für den Transport zur Reinigung die Kleidung nicht offen lagern, sondern luftdicht verpacken, damit keine Schadstoffe austreten.

9. Gerade jüngere oder neue Einsatzkräfte sollten bereits in der Ausbildung und in den ersten Einsätzen zum richtigen Verhalten informiert werden. Nur so lässt sich das Verhalten nachhaltig verändern.

10. Eigene Einsätze und Tätigkeiten möglichst detailliert dokumentieren: Wann hat es gebrannt? Was hat gebrannt? Was habe ich wie lange gemacht? Gibt es Messprotokolle? Wer war Einsatzleiter? Wer war ebenfalls im Einsatz? Dafür ist ein Atemschutzträger-Logbuch sehr hilfreich.

Grobe Dekontamination und Einsatzstellenhygiene

Dekontamination ist nicht nur bei ABC-Ereignissen nötig. Auch bei jedem Brandeinsatz werden Feuerwehrangehörige und ihre Persönliche Schutzausrüstung mit Gefahrstoffen kontaminiert. Trotzdem wird Einsatzstellenhygiene – und die damit verbundene Grob-Dekontamination – vielerorts zu wenig konsequent umgesetzt. Wir zeigen, weshalb beides so wichtig ist und wie es sinnvoll abläuft.

Ein typisches Szenario: Die Feuerwehr fährt zu einem Zimmerbrand. Vor Ort greifen die Abläufe, vieles läuft eingespielt. Ein Trupp unter Atemschutz bringt das Feuer rasch unter Kontrolle. Doch sobald der Zeitdruck sinkt, passieren Fehler: Der Angriffstrupp steigt mit stark verschmutzter Schutzausrüstung wieder ins Fahrzeug. Der eigentlich saubere Maschinist läuft in die Brandwohnung, um eine vergessene Handleuchte zu holen. Einsatzstellenhygiene ist also keineswegs automatisch gewährleistet.

“Nicht nur bei Gefahrgutlagen, auch bei Brandeinsätzen sind die Einsatzstellenhygiene und Grob-Dekontamination unverzichtbar”, betont Christian Schröder, Stellvertretender Referatsleiter Umweltschutz der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb). “Jeder Feuerwehrmann muss wissen: Durch Kontamination der Kleidung und freier Hautpartien mit Rußpartikeln können Schadstoffe über die intakte Haut oder durch eine Verschleppung auf Nahrungsmittel in den Körper gelangen.” Dass Hygienemassnahmen halbherzig bleiben oder eine Grob-Dekontamination ganz ausfällt, ist auch deshalb riskant, weil sich gesundheitliche Folgen häufig nicht unmittelbar nach dem Einsatz bemerkbar machen.

Ursachen für Kontaminationsverschleppung sind meist Gleichgültigkeit oder fehlendes Wissen über unsichtbare Risiken. “Gasförmige Schadstoffe können sich zum Beispiel in der Kleidung einlagern”, erklärt Schröder. “Es besteht die Gefahr, dass diese Schadstoffe im Mannschaftsraum des Einsatzfahrzeugs und später im Umkleideraum im Gerätehaus wieder frei werden. Gesundheitsschäden können durch Einatmen entstehen.”

Die richtige Handhygiene für die Feuerwehr im Einsatz:

Mehr als 90 Prozent der Infektionen übertragen sich über die Hände. Bei der Feuerwehr im Einsatz können Hände und Gesicht mit Brandgasen oder mit potenziell infektiösen Körperflüssigkeiten von geretteten oder geborgenen Personen oder Tieren kontaminiert werden. Bei verschmutzten Händen nach Brandeinsätzen ist eine hygienische Händewaschung mit Desinfektionsmittel notwendig.

Der Feuerwehrmann sollte eine Waschlotion nutzen, die einen hohen Anteil an Alkohol beinhaltet und neben der reinigenden Wirkung auch eine Keimreduktion bewirkt. Der Fachbegriff dieser Reinigung lautet “hygienische Händedekontamination”. Dieser Begriff muss auch auf dem Produkt stehen. Das Vorgehen bei der Handdesinfektion ist in der DIN EN 1499 beschrieben: 3 Milliliter Desinfektionsmittel nehmen, Hände zirka 30 Sekunden einschäumen, alle Zwischenräume reinigen, mit Wasser gründlich spülen und mit einem Einmal-Handtuch abtrocknen.

In der vfdb-Richtlinie 10/03 „Schadstoffe bei Bränden“ werden Einsatzstellenhygiene und grobe Dekontamination ebenfalls behandelt. Zusätzlich hat die vfdb die „Empfehlung für den Feuerwehreinsatz zur Einsatzhygiene bei Bränden“ als Merkblatt herausgegeben.

Darin wird festgehalten: Essen, Trinken und Rauchen während Einsätzen sollten bei stark verschmutzter Kleidung nur dann erfolgen, wenn diese zuvor abgelegt wurde und Gesicht sowie Hände gründlich gereinigt wurden – ausserhalb des Rußniederschlagsbereichs und weit weg von der Rauchgaswolke. Ausserdem soll noch an der Einsatzstelle eine Grob-Dekontamination von Feuerwehrbekleidung und Geräten stattfinden. Verschmutzte Kleidung und Ausrüstung sind entweder ausserhalb der Mannschaftskabine oder staubdicht verpackt zu transportieren.

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Feuerwehr im Einsatz: Einfache Lösungen für die Hygiene

Herstellende von Fahrzeug- und Gerätetechnik haben verschiedene Ansätze entwickelt, um Einsatzstellenhygiene und Grob-Dekontamination einfacher umzusetzen – etwa durch fest eingebaute Hygieneboards oder zusammengestellte Hygieneboxen. “Ich halte die ausziehbaren Bords für ausreichend und gut geeignet für den Feuerwehreinsatz”, sagt Schröder. Dort sind unter anderem Druckluft- und separate Wasseranschlüsse, Seifen- sowie Papierhandtuchspender montiert, damit eine Grob-Dekontamination nach dem Einsatz möglich ist.

Als Alternative kommen Hygieneboxen zum Einsatz. Feuerwehren können sie selbst zusammenstellen oder vollständig konfektioniert beschaffen. Zudem lassen sie sich flexibel auf Fahrzeugen verlasten.

In der DIN 14800-18, Beiblatt 12, ist ein Beladungsmodul L1 Grobreinigung beschrieben. Laut Norm sollte eine Hygienebox enthalten: - Seifenspender, auslaufsicher mit etwa 500 Milliliter Waschlotion - Händedesinfektionsmittel, etwa 500 Milliliter - Papierhandtücher, feuchtigkeitssicher gelagert - B-Blindkupplung mit Wasserhahn - Waschbürste mit Schlauchanschluss und etwa 1,5 Meter langem Schlauch zum Anschluss an den Wasserhahn

“Komplette Hygienemodule kosten bei uns zwischen 250 und 300 Euro”, sagt Klaus Trusheim vom Gerätehersteller Dönges. “Daneben gibt es einfache Minimallösungen: eine Blindkupplung mit Wasserhahn zusammen mit einer Flasche Flüssigseife und einer Flasche Handdesinfektion. Falls kein Wasseranschluss zur Verfügung steht, kann die Feuerwehr im Einsatz auch einen Kanister mit Ablasshahn verwenden.”

Die Berufsfeuerwehr Salzgitter (NI) achtet inzwischen bei Fahrzeugbeschaffungen darauf, dass Hygieneausrüstung für die Grobreinigung integriert ist. Feuerwehrchef Arne Sicks macht jedoch klar: “Ich kann zwar Ausrüstung zur Reinigung mitführen, aber entscheidend für die Einsatzstellenhygiene ist die Einstellung der Mannschaft und ihrer Führungskräfte.”

Für Sicks beginnt Einsatzstellenhygiene beim Eintreffen und endet erst beim Abrücken: “Es gilt, so wenig Einsatzkräfte wie möglich in die durch Brandrauch, -schutt und Ruß kontaminierten Bereiche zu lassen. Nur eine Mindestanzahl von Kräften sollte sich im Gefahrenbereich aufhalten. Verdreckte Geräte sollten vor Abtransport gereinigt werden.”

Auch die Positionierung nachrückender Einheiten ist wichtig. Fahrzeuge sollten möglichst ausserhalb der Rauchgaszone aufgestellt werden, und während des Einsatzes bleiben die Kabinen idealerweise geschlossen. Fahrzeuge, die Rauchgasen ausgesetzt waren, sollten kurz abgespült werden – besonders dann, wenn die Fahrzeughalle später auch als Umkleide genutzt wird.

Am Einsatzort stellt sich häufig die praktische Frage: Wohin mit kontaminierter Bekleidung? “Im Winter würde ich als Einsatzleiter meiner Mannschaft nicht die Ansage machen, die verdreckte Kleidung komplett abzulegen“, stellt Sicks klar. „Dann müssten wir grundsätzlich Ersatzbekleidung in unterschiedlichen Größen und einer gewissen Anzahl mitführen.” Das ist für Feuerwehren in der Regel logistisch kaum umsetzbar. Zudem bräuchte es einen entsprechenden Pool an Ersatzkleidung.

Feuerwehr Falkensee: PSA direkt in Beutel

In Falkensee (BB, Kreis Havelland) setzt die Feuerwehr ebenfalls auf ein durchdachtes Vorgehen. Einer der Gründe für die Entscheidung zugunsten sandfarbener Einsatzkleidung bei der Neubeschaffung vor einigen Jahren war die bessere Sichtbarkeit möglicher Schadstoffanhaftungen.

“Kontaminierte PSA kommt bei uns direkt am Einsatzort in die Tüte – und zwar der ganze Anzug”, betont Frank Christ, stellvertretender Fachbereichsleiter Feuerwehr. Wichtig ist dabei lediglich, den integrierten Brustgurt aus der Jacke zu entfernen. Die Kameraden tragen dafür Einmalhandschuhe. Anschliessend werden die Beutel luftdicht verschlossen und einer Spezialwäscherei übergeben. Weil die Säcke aus Zuckerstoff bestehen, werden sie zusammen mit der PSA gewaschen und lösen sich im Waschprozess vollständig auf.

Für den Abtransport ab Einsatzstelle nutzt die Feuerwehr Rollcontainer – derzeit noch mit dem bisherigen Gerätewagen Logistik (GW-L), einem 23-jährigen Mercedes 814.

Feuerwehrbekleidung im Gerätewagen wechseln

Die Berufsfeuerwehr Mannheim hat sich beispielsweise für eine umfassende Lösung entschieden: einen Gerätewagen Logistik (GW-L). Dieser GW-L ist ausschliesslich dafür vorgesehen, Mannschaft und Fahrzeuge direkt am Einsatzort wieder vollständig einsatzbereit zu machen. Neben Atemschutzgeräten und Schlauchmaterial werden dort auch saubere Einsatzkleider in unterschiedlichen Grössen mitgeführt.

Der Innenraum ist in Schwarz- und Weiss-Bereiche gegliedert. Über die hintere Tür betritt der kontaminierte Feuerwehrangehörige das Fahrzeug, legt die Bekleidung in einem Behälter ab und geht danach unter die Dusche. Im anschliessenden Raum erhält er frische Kleidung.

Ein mobiles Hygiene- und Dekontaminationssystem stammt von Eilers Fahrzeugbau in Varel (NI, Kreis Friesland). Der für die Feuerwehr Ihlow (NI, Kreis Aurich) entwickelte Gerätewagen (GW) Hygiene soll die Sicherheit im Einsatz erhöhen und es BOS-Einheiten ermöglichen, bereits an der Einsatzstelle zu duschen und sich umzuziehen. So soll die Verbreitung von Krankheitserregern ebenso wirksam verhindert werden wie die Kontaminationsverschleppung über Einsatzkleidung.

Die mobile Hygieneeinheit verfügt über zwei Einbahnstrassensysteme, die jeweils aus folgenden Bereichen bestehen: Entkleiden mit Lavabo, Dusche, Ankleiden und Ausgabe. Ein Grauwassertank mit grossem Fassungsvermögen unter dem Fahrzeug ermöglicht die autarke und umweltgerechte Aufnahme des Abwassers.

Feuerwehr Bremen mit Hygienekonzept

Bremen – Die Feuerwehr Bremen hat sich intensiv mit Krebserkrankungen durch Schadstoff-Kontamination auseinandergesetzt und daraufhin ein neues Hygienekonzept ausgearbeitet. Im Rahmen dieser Verbesserungen wurde für die mehr als 1’300 Einsatzkräfte von BF und FF neue Schutzkleidung beschafft.

Mit der im Jahr 2000 eingeführten Einsatzkleidung war die Feuerwehr Bremen grundsätzlich zufrieden – zumindest hinsichtlich Schutz gegen Hitze und Flammen. Nach einem Symposium der Gesetzlichen Unfallversicherung wurde das Thema Kontamination an Einsatzstellen jedoch stärker in den Fokus gerückt. Eine danach eingesetzte Kommission empfahl in ihrem 140-seitigen Ergebnispapier eine Ersatzbeschaffung.

Sandfarbene Kleidung mit besserer Membran

Anstelle des bisherigen dunkelblauen Schutzanzugs wird nun ein sandfarbener Anzug mit weiterentwickelter Membran eingesetzt, der besser gegen die identifizierten Risiken schützen soll. Dafür absolvierte die Bremer Feuerwehr im Vorfeld einen einjährigen Trageversuch mit Anzügen verschiedener Hersteller. Mit insgesamt 3’000 Garnituren steht ein Pool zur Verfügung, aus dem Angehörige der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr eingekleidet werden.

Zum Hygienekonzept gehört ausserdem, dass krebserregende Stoffe nicht mehr über verschmutzte Kleidung in die Feuerwachen getragen werden. Jacke, Hose, Helm und Handschuhe sowie weitere Persönliche Schutzausrüstung werden deshalb direkt nach dem Einsatz noch am Schadenort abgelegt und unter Atemschutz in luftdichten Beuteln verpackt. Danach werden die kontaminierten Bekleidungsstücke zentral gereinigt.

Der Wechsel in frische, gereinigte Einsatzkleidung erfolgt über einen Gerätewagen Hygiene, dessen Besatzung die Einsatzstellen anfährt. Vor Ort können sich die Feuerwehrleute zudem grob waschen und desinfizieren.

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