Die Coindu mit Sitz in Vila Nova de Famalicão und aktuell 752 Mitarbeitenden begründet den Entscheid für einen «lay-off», der bis zu 493 Beschäftigte betreffen kann, mit den Herausforderungen, die das Unternehmen «aufgrund der globalen Lage und der sinkenden Bestellungen aus dem Automobilsektor» erlebt.
Gründe: Weltlage, Zölle und weniger Aufträge im Automobilsektor
Das Unternehmen weist darauf hin, dass die Kombination aus jüngsten Ereignissen rund um Importzölle in wichtigen Weltmärkten wie den USA und China sowie den Konflikten in der Ukraine und im Nahen Osten «sich negativ auf das Vertrauen des Marktes auswirkt».
Diese Entwicklung hat sich nach Angaben der Coindu auch in der Autoindustrie niedergeschlagen und dort Aktivität und Umsatz des Herstellers von Innenraum-Komponenten beeinträchtigt.
Coindu: «lay-off»/Kurzarbeit über sechs Monate im Jahr 2026
«Um auf einen vorübergehenden Personalüberhang und den finanziellen Druck zu reagieren, wird das Unternehmen einen sechsmonatigen ‘lay-off’ umsetzen, von Mai bis November 2026. Insgesamt wird erwartet, dass die verschiedenen Phasen dieses Prozesses im Verlauf von 2026 493 Mitarbeitende aus unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen des Unternehmens erfassen», erläutert der Produzent von Innenraumkomponenten für Automobile.
Der Entscheid sei diese Woche gefällt und den Mitarbeitenden kommuniziert worden; er stehe «im Rahmen des offenen und transparenten Dialogs, den die Geschäftsleitung mit der Organisation, den Mitarbeitenden und weiteren ‘stakeholders’ [Beteiligten] während des gesamten Restrukturierungsprozesses geführt hat», versichert Coindu.
Bereits im vergangenen Jahr hatte der Rückgang der Bestellungen in der Branche das Unternehmen zu zwei Kollektiventlassungen veranlasst.
Vorgehen, Kriterien und betroffene Bereiche
Das nun beschlossene «lay-off»-Regime wird angesichts der anhaltenden Schwierigkeiten «schrittweise und in begrenztem Umfang umgesetzt und betrifft Mitarbeitende ohne effektive Beschäftigung oder solche, die vom jeweiligen Arbeitsbereich betroffen sind».
Coindu hält zudem fest, dass die Suspendierung von Arbeitsverträgen von den Produktionsanforderungen abhängt und anhand objektiver, sozialer und operativer Kriterien erfolgen soll.
«Alle Bereiche des Unternehmens werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten und in unterschiedlichem Ausmass betroffen sein; die Massnahme wird etappenweise angewendet, um die Auswirkungen zu reduzieren und auf die Mitarbeitenden zu verteilen», ergänzt das Unternehmen.
Erwartete Erholung 2027 und Ziel der finanziellen Stabilität
Trotz dieser Lage erklärt Coindu, man «halte am Engagement fest, die Auswirkungen auf die Mitarbeitenden zu minimieren», und rechne mit einer Erholung der Aktivität im Jahr 2027 – unter Berücksichtigung der bereits gesicherten Projekte. Dieses Anpassungspaket sei angesichts der aktuellen Marktbedingungen nötig, um die finanzielle Tragfähigkeit und die künftige Fortführung des Unternehmens sicherzustellen.
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