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XPeng prüft eine Fabrik in der EU, um Zölle zu vermeiden

Weisses Elektroauto Xpeng EU steht in modernem Showroom mit Ladestation.

XPeng gehört inzwischen zu den chinesischen Herstellern, die ihre Elektroautos in der Europäischen Union (EU) produzieren wollen, um den europäischen Importzöllen auszuweichen.

Laut Aussagen in einem Interview mit Bloomberg erklärte He Xiaopeng, der CEO der Marke, dass man aktuell abwäge, an welchem Standort in der Europäischen Union (EU) ein neues Werk entstehen könnte.

Zur Einordnung: Gemäss der von der Europäischen Kommission festgelegten Abgabe trifft XPeng ein Zollsatz von 21,3% (zusätzlich zu den bereits geltenden 10%).

Trotzdem räumt der XPeng-Chef ein, dass die europäischen Zölle zwar die Marge aus den europäischen Märkten drücken, die ehrgeizigen Pläne des Unternehmens jedoch nicht wesentlich ausbremsen dürften.

Die Spitze des Eisbergs

Die Importzölle sind allerdings nur die «Spitze des Eisbergs». XPeng kämpft parallel mit stagnierenden Verkäufen im Heimatmarkt, verschärft durch den intensiven Preiskampf, der derzeit in China herrscht.

Im ersten Halbjahr lieferte der Hersteller in China rund 5000 Fahrzeuge aus – das entspricht lediglich 1/5 der monatlichen Verkäufe von BYD im gleichen Markt. Die schwache Absatzentwicklung schlug sich auch an der Börse nieder: Der Kurs des jungen, 2014 gegründeten Autobauers fiel auf weniger als die Hälfte des Werts, den er im Januar noch hatte.

XPeng und die Zollstrategie: Produktion in der EU

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Option einer Fertigung innerhalb der EU zusätzlich an Bedeutung – nicht nur als Reaktion auf Abgaben, sondern auch als Teil einer breiteren Strategie, die Präsenz in Europa auszubauen.

Volkswagen-Partnerschaft als Lichtblick

Ein positiver Punkt bleibt dennoch: die Kooperation mit der Volkswagen Gruppe.

Die engere Zusammenarbeit zeigt bereits messbare Effekte in den Kennzahlen. So meldete XPeng im zweiten Quartal dieses Jahres eine Bruttomarge von 14% – im entsprechenden Zeitraum 2023 waren es noch -3,9% gewesen. Als Treiber nennt das Unternehmen die Unterstützung der Deutschen, insbesondere bei der Steuerung der Lieferketten.

Mehr Pläne für Europa

Rechenzentrum, KI und Fahrassistenzsysteme

Da Software im Auto eine immer zentralere Rolle spielt, denkt XPeng über eine Fabrik hinaus: Zusätzlich plant das Unternehmen, in Europa ein Rechenzentrum aufzubauen.

Diese Überlegungen hängen unter anderem mit den eigenen Fähigkeiten in Künstlicher Intelligenz (KI) und fortschrittlichen Fahrassistenzsystemen zusammen – Kompetenzen, die XPeng als wichtigen Trumpf für den europäischen Markt betrachtet.

Nach He Xiaopeng gilt: „Der Verkauf von einer Million KI-betriebener Autos pro Jahr wird eine Voraussetzung für Unternehmen sein, die in den nächsten 10 Jahren als Gewinner hervorgehen wollen“.

„Ab 2025 werden wir beginnen zu sehen, wie Unternehmen diese Art von Produkten auf den Markt bringen, und Xpeng wird unter ihnen sein.“
He Xiaopeng, CEO von Xpeng

Quelle: Bloomberg

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