Zum Inhalt springen

Roketsan eröffnet in Ankara neue Industrieanlagen für Raketen in der Türkei – Investition von USD 2.000 bis USD 3.000 Millionen

Ingenieurin arbeitet an einer Rakete in einer modernen Fabrikhalle mit Roboterarmen im Hintergrund.

Roketsan, ein türkisches Unternehmen, hat neue Industrieanlagen eröffnet, die auf die Produktion, Integration und Weiterentwicklung von Lenkwaffen ausgerichtet sind. Das Vorhaben ist Teil eines der ehrgeizigsten Investitionsprogramme der türkischen Rüstungsindustrie und soll die Fähigkeiten der Türkischen Streitkräfte ausbauen sowie die Fertigung strategischer Systeme beschleunigen.

Eröffnung in Ankara mit Präsident Recep Tayyip Erdoğan

Die Zeremonie fand letzte Woche in Ankara statt und wurde vom Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus dem Verteidigungssektor geleitet. Offiziellen Angaben zufolge umfasst das Projekt ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund USD 2.000 bis USD 3.000 Millionen; darin enthalten sind sowohl bereits in Betrieb genommene Einrichtungen als auch Anlagen, die sich noch im Bau befinden.

Roketsan-Anlagen für Gefechtsköpfe, Forschung und Entwicklung

Zu den zentralen Infrastrukturen, die nun in Betrieb sind, gehört eine neue Gefechtskopfanlage, die als die grösste in Europa bezeichnet wird. Ebenfalls eröffnet wurde ein Zentrum für Engineering sowie die Entwicklung fortschrittlicher Technologien, das die Forschungs- und Entwicklungskompetenzen bei Waffensystemen und Antriebstechnologien gezielt stärken soll.

Ausbau der Raketenintegration und Treibstoffproduktion in Kırıkkale

Parallel dazu hat Roketsan den Bau neuer Raketenintegrationsanlagen gestartet. Diese sollen es ermöglichen, die Produktionskapazität bis auf das Fünffache zu erhöhen – passend zur steigenden Nachfrage, sowohl für den nationalen Bedarf als auch für Exportprogramme.

Ergänzend wurde in Kırıkkale eine Anlage zur Treibstoffproduktion eröffnet. Sie ist auf einer Fläche von ungefähr 25.000 Hektaren angelegt und soll die Versorgung mit kritischen Komponenten langfristig absichern.

Auslieferung lokaler Raketensysteme an die Türkischen Streitkräfte

Zeitgleich zur Inbetriebnahme der neuen Standorte bestätigte die türkische Regierung die Auslieferung mehrerer inländisch entwickelter Raketen- und Waffensysteme an die Türkischen Streitkräfte. Genannt wurden unter anderem Tayfun (ballistisch), Síper (Luftverteidigung mit grosser Reichweite), Atmca (Seezielflugkörper), Hiisar-A und Hisar-O (Luftverteidigung kurzer und mittlerer Reichweite), Sungur (tragbares Luftverteidigungssystem), Cakir (Marschflugkörper), SOM (luftgestützte Luft-Boden-Marschflugkörper) sowie die gelenkten Munitionen Mam-T und Mam-L, die auf Drohnen und weiteren Luftplattformen eingesetzt werden.

Vor diesem Hintergrund zielen die Investitionen nicht nur darauf ab, den Produktionstakt zu erhöhen, sondern ebenso die technologische Autonomie des Landes in Schlüsselbereichen wie Luftverteidigung, Marschflugkörpern und ballistischen Systemen zu verbessern. Aus Regierungskreisen hiess es dazu, die neuen Kapazitäten würden laufende Programme beschleunigen und zugleich die Familie intelligenter Munition erweitern.

Zudem ist das industrielle Programm von Roketsan weiterhin klar international ausgerichtet: Dazu zählen jüngste Vereinbarungen zur Koproduktion von Marschflugkörpern und Panzerabwehrsystemen mit Saudi-Arabien sowie Vorhaben zum Technologietransfer mit Indonesien für die Fertigung des Marschflugkörpers Cakir. Insgesamt gelten die neuen Anlagen als zentraler Schritt innerhalb der Strategie der Türkei, eine eigenständige verteidigungsindustrielle Basis zu festigen – mit Schwerpunkt auf Entwicklung, Produktion und Integration komplexer Systeme, die von taktischen Lenkwaffen bis zu strategischen Fähigkeiten grösserer Reichweite reichen.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!

Kommentar hinterlassen