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Chip-Krise: Nexperia und Wingtech drosseln Exporte aus China – Risiko für Europas Autobauer

Mann in Werkstatt untersucht elektronische Platine, auf Tisch Weltkarte, Laptop zeigt Weltkarte mit Verbindungen.

Die aktuelle Chip-Krise nimmt weiter massiv an Fahrt auf. Nexperia, das von der niederländischen Regierung aus Sorge vor einem Abfluss von Technologie und operativen Aktivitäten nach China verstaatlicht wurde, hat ihre chinesische Tochter Wingtech dazu veranlasst, Chip-Exporte einzuschränken.

Diese Blockade zwang das Unternehmen dazu, Auslieferungen vorübergehend auszusetzen – eine Lage, die einzelne europäische Hersteller dazu bringen könnte, ihre Produktionslinien temporär anzuhalten.

Exportstopp von Wingtech belastet Nexperia-Kunden

Ein Ende der Situation ist nicht absehbar. Nexperia teilte in einem auf den 3. November datierten Schreiben an ihre Kundschaft, das Reuters einsehen konnte, mit, dass das Unternehmen nicht wisse, wann oder ob es Chips zur Auslieferung haben werde.

„Wir sind dabei, den Umfang und die Auswirkungen der Massnahmen Chinas in Bezug auf Nexperias Standorte und Subunternehmer in China so rasch wie möglich weiter zu klären“, heisst es in dem Schreiben.

Bis diese Abklärungen abgeschlossen sind, warnt der Hersteller, dass weder ein regulärer Betrieb der Lieferkette zugesichert werden könne noch die Qualität und Authentizität jener Chips garantiert werden könne, die seit dem 13. Oktober in der Fabrik in Dongguan produziert wurden.

USA–China-Abkommen bringt etwas Entlastung

Im Anschluss an ein Treffen zwischen den Präsidenten Donald Trump und Xi Jinping kündigte China an, wieder Anträge auf Ausnahmen von den Restriktionen entgegenzunehmen. Das löste einen Ansturm europäischer Hersteller und Zulieferer aus, die solche Gesuche einreichten – bezahlt in chinesischer Währung. Trotz dieses Schritts bleibt die Lage ungewiss, und die europäische Abhängigkeit sorgt in der Branche weiterhin für Nervosität.

Stimmen aus der Autoindustrie: Stellantis und Mercedes-Benz

Antonio Filosa, CEO von Stellantis, wies auf die fehlende industrielle Eigenständigkeit des Kontinents hin: „heute bedeutet unser System, dass wir als Industrie null Autonomie haben. Man schaue sich die Chip-Krise bei Nexperia an. Man schaue sich die Krise bei den Seltenen Erden im April an, die wir sehr schmerzhaft durchstanden haben.“

Ola Källenius, CEO von Mercedes-Benz, äusserte sich vorsichtiger und sagte gegenüber Reuters, es gebe Anzeichen für eine Annäherung zwischen China, Europa und den USA. „Im Moment haben wir genügend Chips“, sagte er. „Aber wir verfolgen den Verlauf der Verhandlungen sehr genau.“

Obwohl die meisten Chips von Nexperia in Europa hergestellt werden, werden rund 70% in China verpackt, bevor sie weiter verteilt werden. Die von Peking verhängten Einschränkungen drohen deshalb, die Knappheit zu verlängern und die Probleme in europäischen Werken zu verschärfen, die auf diese Komponenten angewiesen sind.


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