Marktinteresse an TSMC-Foundry-Kapazitäten in den USA
Das grösste Interesse an der neuen TSMC-Fabrik haben Apple, Nvidia, AMD und Qualcomm
Laut Berichten taiwanischer Medien ist die Nachfrage nach TSMCs Auftragsfertigung in den USA so stark, dass die Kapazitäten der noch nicht gebauten Anlage in Arizona praktisch bereits ausgebucht sind. Gemeint ist Fab 4, die erst gegen Ende des Jahrzehnts moderne Chips im 2-nm-Prozess beziehungsweise mit A16 fertigen soll – voraussichtlich erst 2030.
Geopolitische Risiken als Haupttreiber
Wie die Taiwan Economic Daily schreibt, hat das Interesse an den US-Standorten von TSMC im Zuge wachsender geopolitischer Unsicherheiten deutlich angezogen. Vor allem grosse Entwickler von System-on-a-Chip-Lösungen und Prozessoren – Apple, Nvidia, AMD und Qualcomm – wollen sich frühzeitig Produktionsslots in den USA sichern, um im Fall einer Eskalation der internationalen Lage eine aus ihrer Sicht sicherere Alternative parat zu haben. Faktisch werden damit Kapazitäten reserviert, die physisch noch gar nicht verfügbar sind.
Ausbau in Arizona und begrenzter Zugang
TSMC baut seine Präsenz in Arizona bereits aus, und nach vorliegenden Informationen planen einzelne Grosskunden, darunter Nvidia und AMD, die ersten lokalen Fertigungslinien zu nutzen. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass das aktuelle Expansionstempo mit der steigenden Nachfrage nicht Schritt hält. Damit könnte der Zugang zur US-Produktion von TSMC im Wesentlichen einem engen Kreis der grössten Kunden vorbehalten bleiben – insbesondere Apple, Nvidia und AMD.
Produktion ausserhalb Taiwans und neue Chancen für Konkurrenz
Parallel erhöht TSMC die Fertigungskapazitäten ausserhalb von Taiwan. Erwartet wird, dass bereits bis 2028 mehr als 20% der gesamten Produktion auf ausländische Werke entfallen. Vor diesem Hintergrund könnten die Investitionen taiwanischer Unternehmen in die US-Halbleiterindustrie insgesamt 500 Mrd. US-Dollar erreichen (inklusive Projekte von Partnern wie Foxconn und Quanta).
Der wachsende Fokus auf Fertigung in den USA eröffnet zudem Chancen für zusätzliche Aufträge bei TSMCs Wettbewerbern Samsung Foundry und Intel Foundry. Samsung gelingt es bereits, die Aufmerksamkeit grosser Tech-Kunden wie Tesla zu gewinnen. Für Unternehmen, die auf die TSMC-Ökosysteme eingespielt sind, bleibt ein Wechsel zu einem anderen Auftragsfertiger jedoch schwierig und kostspielig – und kann Anpassungen an der Produktarchitektur sowie an der gesamten Entwicklungslogik erforderlich machen.
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