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Jaguar XFR-S Sportbrake im Test

Blauer Jaguar Kombi fährt kurvige Bergstrasse entlang, umgeben von Felsen und grünen Sträuchern.

Jaguar XFR-S Sportbrake: Ein neuer Super-Kombi im kleinen Zirkel

Es macht einfach Freude, wenn ein weiterer Super-Kombi dazustösst. Solche Autos mögen wir bei TG besonders – umso erstaunlicher, dass so wenige Hersteller dieses Konzept wirklich verfolgen. Denn was spricht gegen einen kultivierten, seidenweichen 500+ PS-Kombi, der nebenbei genug Ikea-Flatpack-Möbel schluckt, um gleich ein ganzes Mehrfamilienhaus einzurichten? Vermutlich einzig der Kraftstoffverbrauch.

Marktumfeld: BMW wankt, Audi und Mercedes bleiben dran

BMW wirkt bei dieser Fahrzeuggattung weiterhin unentschlossen. Damit stehen im Zugpferd-und-Prügelknabe-Segment vor allem Mercedes und Audi als verlässliche Konstanten da. Ob Jaguar dieses Feld langfristig ernsthaft besetzen will, ist ebenfalls offen. Ein gutes Zeichen ist es jedenfalls nicht, dass es aktuell keine Pläne für einen Jaguar XFR Sportbrake gibt – angeboten wird lediglich diese XFR-S-Variante.

Antrieb und Fahrwerk des XFR-S Sportbrake

Mehr Leistung ist doch fast immer die richtige Idee, oder? Mit dem bekannten, kompressoraufgeladenen V8 bringt der Sportbrake jedenfalls reichlich Durchzug mit. Motor und Getriebe entsprechen technisch dem Setup der Limousine, nur das Fahrwerk wurde für den Kombi passend abgestimmt. Hinten gibt es eine eigene Abstimmung für Federn und Dämpfer, zudem wurde die Hinterachse überarbeitet. Auch ein neuer Stabilisator ist montiert, und die Lager sind straffer ausgelegt. Die Seitensteifigkeit steigt um 30 Prozent.

Gewicht, Charakter und Sound

Leider hat offenbar niemand versucht, den Sportbrake abzuspecken. Er bringt fast zwei Tonnen auf die Waage. Allein das kann erklären, warum er sich nie komplett absurd schnell anfühlt. Dazu kommt ein weiterer Punkt: Der Kompressor ist ein Spezialist für Drehmoment aus dem Keller. Genau darin ist er extrem stark – Überholmanöver gelingen entsprechend souverän.

Gleichzeitig verläuft die Leistungsentfaltung so linear, dass es wenig Sinn hat, auf hohe Drehzahlen zu warten. Das „Oh-mein-Gott“-Finale der turbogeladenen Rivalen bleibt aus, und auch akustisch legt er nicht spürbar zu. Und gerade da wünschen wir uns, der XFR-S würde hörbar so laut auftreten, wie er es optisch tut. Ehrlich gesagt wäre es ideal, wenn diese Rollen vertauscht wären. Die auffälligen Felgen und knalligen Farben helfen der an sich eleganten Sportbrake-Karosserie nicht. Unser Tipp: eine dunkle Lackierung, dazu Felgen in Anthrazit.

Fahrgefühl, Verbrauch und Alltagstauglichkeit

Einige Dinge kann der heisse Sportbrake wirklich gut. Die Lenkung wirkt natürlicher als im Audi RS6, und das Fahrwerk fährt sich gleichzeitig lebendig und komfortabel. Er macht Spass – wenn auch mit einem kleinen schlechten Gewissen. Der angegebene Verbrauch und der CO2-Wert liegen deutlich über den deutschen Konkurrenten (auch wenn in der Realität vermutlich weniger dazwischenliegt). Und ganz nüchtern betrachtet ist ein maximales Kofferraumvolumen von 1,675 Litern nur Durchschnitt. Der Mercedes E63 kommt auf gewaltige 1,950 Liter.

Dazu fühlt sich der Jaguar im Innenraum langsam etwas in die Jahre gekommen an. Also ja: Wir sind froh, dass es ihn gibt – aber es wirkt weniger wie der Start eines langfristigen Plans, sondern eher wie ein Auslaufen.

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