Im Gegensatz zu Herstellern, die bereits das Ende von Investitionen in neue Verbrennungsmotoren angekündigt haben (wie etwa Volkswagen oder Audi), ist beim United States Patent and Trademark Office (USPTO) eine Patentschrift von Toyota aufgetaucht, in der ein neuer V8 Biturbo zu sehen ist.
Das ist umso bemerkenswerter, weil noch vor rund einem Jahr Gerüchte kursierten, die japanische Marke wolle die Entwicklung solcher Aggregate einstellen und stattdessen auf kleinere (und sparsamere) V6-Motoren setzen.
Was in der Toyota-Patentschrift wirklich beschrieben wird
Auch wenn die Zeichnungen einen V8 Biturbo zeigen, dreht sich die Patentanmeldung offenbar vor allem um einen neuen PCV-Abscheider (Positive Crankcase Ventilation). Dessen Aufgabe ist es, Gase und Öl zu trennen, die zwischen der inneren Zylinderwand und den Kolbenringen (O-Ringen) vorbeigelangen.
Kommt wirklich ein Toyota V8 Biturbo?
Trotzdem heisst das nicht, dass Toyota nicht tatsächlich an einem V8 Biturbo arbeitet. Die Skizzen in der Patentschrift machen sofort (und fast schon kindlich vereinfacht) deutlich, wie der Motor im Fahrzeug sitzen soll: vorn längs. Ausserdem sind klar zwei Turbolader zu erkennen, die oben auf dem Motorblock zwischen den beiden Zylinderbänken im V montiert sind.
„Hot V“: Was die Anordnung vermuten laesst
Diese Platzierung deutet auf ein „Hot V“-Layout hin. Anders als bei vielen anderen V-Motoren zeigen die Auslasskanaele (am Zylinderkopf) dabei nach innen in das „V“ statt nach aussen. Das ermoeglicht eine kompaktere Bauweise und bringt die Turbolader naeher an die Auslasskanaele heran - entdecken Sie die Vorteile dieser Konfiguration.
PCV-Loesung auch fuer andere Turbomotoren vorgesehen
In der Beschreibung stellt Toyota ausserdem klar: Obwohl die Illustration einen V8 Biturbo zeigt, lassen sich die beschriebenen Loesungen (rund um den PCV-Abscheider) ebenso auf einen V8 mit nur einem Turbolader, auf einen V6 oder sogar auf einen Reihenvierzylinder anwenden (jeweils mit Turbolader-Aufladung).
Zudem wird erwaehnt, dass die Turbolader nicht zwingend oben auf dem Block zwischen den Zylinderbänken sitzen muessen. Sie koennen auch klassischer positioniert werden, naemlich seitlich aussen an der jeweiligen Zylinderbank.
Welche Modelle koennten diesen Motor bekommen?
Wenn es um moegliche Fahrzeuge geht, die von einem solchen Motor profitieren koennten, drängen sich einige „natuerliche Kandidaten“ auf - weniger bei Toyota selbst (allenfalls die grosse Pick-up Tundra oder der Land Cruiser), sondern eher bei Lexus. Dort bieten sich insbesondere die F-Modelle an, namentlich IS, LS und LC.
Beim Lexus IS bedeutete das juengste Facelift zwar das Ende seiner Europa-Karriere. In den USA, wo er weiterhin angeboten wird, wurde jedoch kuerzlich eine saugmotorische V8-Variante vorgestellt: IS 500 F Sport Performance. Heisst: Es ist nach wie vor Platz fuer einen echten Nachfolger des IS F.
Beim Lexus LS, der in der aktuellen Generation den V8 verloren hat, der ihn lange praegte - heute gibt es dort nur noch V6 -, koennte ein V8 Biturbo eine passendere Antwort auf die wichtigsten Rivalen sein, die weiterhin auf diese Motorbauart setzen.
Aehnliches gilt fuer den Lexus LC, das auffaellige Coupé und Cabriolet, das derzeit als Topmotorisierung ebenfalls einen Saug-V8 bietet, in den wir uns regelrecht verliebt haben:
Ein moeglicher Lexus LC F macht definitiv neugierig. Dennoch sollte man die Erwartungen „im Zaum halten“, was die reale Existenz dieses Motors betrifft - denn eine Patentanmeldung ist nicht automatisch ein Hinweis darauf, dass es spaeter auch zur Serienproduktion kommt.
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