Wow, das sieht richtig gut aus.
Tut es, oder? Das hier ist das neue Volkswagen Golf R Cabriolet – und damit ganz nebenbei das leistungsstärkste Golf-Cabriolet der Welt.
Poooweeerrr!
Allerdings. Sobald wir mit den Händen aufgehört hatten, Untersteuern zu pantomimieren, haben wir erfahren: Er nutzt denselben 2,0-Liter-Turbobenziner mit vier Zylindern wie der letzte Golf R als Hatchback (interner Name EA113, für alle, die gern in Internet-Foren abtauchen). In dieser Sonnenfänger-Ausführung leistet er rund 260bhp und 258lb ft Drehmoment (ca. 350 Nm) – und ein Sechsgang-DSG ist serienmässig an Bord.
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Motor und Antrieb des Volkswagen Golf R Cabriolet
Poooweeerrr – Moment, Untersteuern-Gesten?
Ja. Weil das Golf R Cabriolet noch auf der alten MkVI-Plattform steht, braucht es zusätzliche Verstärkungen im Chassis, damit es beim Überfahren von Bodenwellen nicht auseinanderfällt. Genau das nimmt hinten Platz weg – dort, wo bei VWs Allradantrieb eigentlich die zusätzliche Antriebswelle untergebracht würde.
Heisst: Trotz der durchaus stattlichen 260bhp ist der Golf R Cab ausschliesslich frontgetrieben. Und weil die Extra-Verstärkungen auch Gewicht bedeuten, ist er auf 62mph (100 km/h) um sieben Zehntel langsamer als der R-Hatch: 0–62mph schafft er in 6,4 Sekunden (gegenüber 5,7s beim Hatch). Die Höchstgeschwindigkeit bleibt bei 155mph (250 km/h) abgeregelt.
Oh. Damit habe ich nicht gerechnet.
Fahrverhalten und Alltag
Schnell ist er trotzdem – sehr sogar. Man muss sich nur vor Augen halten: Trotz 1,614kg Leergewicht sind 260bhp mehr als genug, um zu merken, wie gut Volkswagens Ingenieure darin sind, dein talentfreies Hinterteil aus der Hecke herauszuhalten. Gegenüber einem normalen Golf Cabrio ist er tiefer, straffer und insgesamt gespannter – und genau deshalb macht es richtig Spass, ihn herumzuwerfen.
Er lenkt willig ein, baut ordentlich Grip auf, schiebt sanft über die Vorderräder, wenn du dich wie ein Idiot benimmst, und federt dabei überraschend angenehm, wenn du gerade mehr posierst als fährst.
Aber?
Für ein Aushängeschild dürfte die Lenkung deutlich mehr Rückmeldung bieten. Und trotz des grundsätzlich stabilen Chassis wühlen die Vorderräder merklich stärker nach Traktion als beim Allrad-Modell – logisch.
Im Sport-Modus spannen sich Lenkung und Fahrwerk erfreulich an, was Käufer in Grossbritannien eventuell dazu bringt, gleich noch einen Termin bei der Massage zu buchen. Immerhin: In der, äh, Komfort-Einstellung bleibt er angenehm bequem.
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Design, Innenraum und Preis
Aber er sieht gut aus – und das ist doch mindestens die halbe Miete?
Absolut. Auf den serienmässigen 19-inch-«Talladega»-Alufelgen (19 Zoll, ca. 48 cm) stehend und mit eigenem Frontstossfänger, hochglänzend schwarzem Grill, LED-Leuchten, Schwellerverbreiterungen, hochglänzend schwarzem Heckdiffusor sowie Auspuff-Endrohren mit Chromblenden ist das ein edles, cooles Gesamtpaket.
Auch innen macht er eine starke Figur: Eine beachtliche Anzahl Kühe (und vielleicht Pferde) dürfte dafür herhalten müssen, nahezu alles zu beledern. Dazu kommen gebürstete Aluminium-Pedale, ein DAB-Radio mit Schnittstelle für mehrere Geräte – und natürlich dieses angenehm gut isolierende Verdeck. Wirklich stark.
Gekauft!
Ähm, vielleicht doch nicht. Denn hier wird es etwas kopfschüttelnd: Das Golf GTI Cabriolet – ein sehr gutes Auto, wie wir hier schon festgehalten haben – kostet bereits über £30k. Dieses hier, mit etwas mehr Leistung und etwas mehr Beschleunigung, steht bei satten £38,770.
Ja: achtunddreissigtausendsiebenhundertsiebzig Pfund.
Oh. Mein. Gott.
Genau. Für dieses Geld sitzt du auch in einem BMW 330i Cabriolet (oder in einem BMW Z4 sDrive 35i) – oder sogar in einem Mercedes E-Klasse Cabrio. Alternativ fährst du mit einem nagelneuen Porsche Boxster mit 2,7-Liter-Motor vom Hof.
Ich bin total verwirrt: Es ist das stärkste Golf Cabrio. Ich muss einen haben!
Der Golf R Cab ist ein wirklich schönes Auto. Klar: Wer ein schnelles Cabrio will, akzeptiert gewisse Kompromisse am Chassis quasi automatisch. Aber wenn du preislich gegen das vermutlich beste Fahrer-Cabriolet der Welt antreten musst (den Boxster), ergibt das kaum Sinn.
Dieses Auto ist ein echter Exot – in Grossbritannien rechnet man nur mit 80 bis 100 verkauften Exemplaren. Diese Exklusivität könnte für einige von euch als Argument reichen. Also, Internet: Würdest du fast £39k für ein sehr schnelles, sehr hochwertig gebautes Golf-Cabriolet zahlen?
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