An Motorisierungen mangelt es dem Dacia Duster definitiv nicht. Nachdem wir ihn bereits mit dem sparsamen Bifuel-Antrieb (Benzin und LPG) sowie in der begehrten 4×4-Ausführung mit Dieselmotor getestet haben, haben wir uns nun eine der kräftigeren Varianten vorgenommen, die den Duster antreiben können: den 1.3 TCe-Benziner in der Version mit 130 PS.
Ganz oben in der Leistungshierarchie steht diese Variante allerdings nicht mehr: Kürzlich hat der SUV aus Rumänien zusätzlich eine neue 150-PS-Version desselben 1.3 TCe erhalten. Das schmälert das Interesse an der 130-PS-Ausführung jedoch nicht – zumal sie gegenüber den 101 PS der von mir getesteten LPG-Version einen klaren Schritt nach vorn darstellt.
Bleibt die Frage: Rechtfertigen 30 PS mehr den Aufpreis von 1650 Euro gegenüber der wirtschaftlichen Bifuel-Version? In den nächsten Abschnitten findet ihr die Antwort.
Einfach Duster
Im Vergleich zu den zwei anderen Duster, mit denen ich unterwegs war, lag der auffälligste Unterschied bei diesem Exemplar bei … der Lackierung. Statt des auffälligen „Arizona-Orange“ kam dieser Duster in einem nicht weniger spannenden „Iron-Blau“. Der Preis für beide Farben liegt bei 400 Euro; wer keinen Aufpreis für den Lack bezahlen will, kann weiterhin das serienmässige „Gletscher-Weiss“ wählen.
Wie aussen bleibt auch innen alles beim Gewohnten. Heisst: harte Kunststoffe, eine solide Verarbeitung und eine Ergonomie, die kaum Anlass zur Kritik gibt. Dennoch sammelt der Benziner-Duster im Innenraum gegenüber den von mir gefahrenen 4×4- und LPG-Varianten ein paar Pluspunkte.
Gegenüber dem 4×4 bietet der Benziner eine etwas grössere Gepäckraumkapazität: 445 Liter statt 411 Liter bei der abenteuerlicheren Version. Im Vergleich zum LPG-Duster ist das Kofferraumvolumen zwar identisch, doch weil der LPG-Tank entfällt, kann der Duster hier weiterhin das Reserverad behalten.
Stärker, aber sparsam
Mit 130 PS und 240 Nm wirkt dieser Motor wie ein Wachmacher: Der Dacia Duster geht spürbar zügiger zur Sache. Gleichzeitig wird damit aber auch deutlicher, dass dynamisches Fahren nicht zu seinen wichtigsten Zielen oder Stärken zählt.
Zuerst zum Positiven: Nicht nur die zusätzlichen 30 PS machen den Unterschied zur LPG-Version aus – noch entscheidender ist das deutlich höhere Drehmoment (240 Nm statt 170 Nm). Dadurch steht die Leistung williger zur Verfügung, Überholmanöver gelingen leichter und die Zwischenspurts fallen knackiger aus.
Genau deshalb muss man auch weniger häufig zum gut abgestuften Sechsgang-Handschaltgetriebe greifen, das insgesamt passt, sich beim Schaltgefühl aber ruhig noch eine Spur „geschmeidiger“ anfühlen dürfte.
Die andere Seite des Leistungs- und Drehmomentzuwachses zeigt sich, sobald man die 130 PS auf einer kurvigeren Strecke ausnutzen möchte.
Ist das Fahrverhalten zwar durchweg vorhersehbar, solltet ihr hinter dem Lenkrad des rumänischen SUV … nicht allzu viel Fahrspass erwarten – zumindest solange ihr auf Asphalt unterwegs seid. Sobald es jedoch auf breite Natur- und Schotterpisten geht, fängt der Spass an und der Duster „wandelt sich“: Das liegt auch am eher weichen Fahrwerk und an der grossen Bodenfreiheit, die es erlauben, den eigenen inneren Sébastien Loeb ein Stück weit auszuleben.
Apropos Fahrwerk: Gerade die eher komfortorientierte Abstimmung ist mitverantwortlich für das gute Komfortniveau, das dieses Dacia-Angebot selbst auf besonders holprigen Strassen liefert.
Ebenfalls erfreulich: Der grössere Motor und die damit verbundene Mehrleistung samt mehr Drehmoment führen nicht zu einem unstillbaren Durst. Erinnert ihr euch an das höhere Drehmoment? Genau das hilft – weil es das Getriebe und hohe Drehzahlen entlastet – und sorgt dafür, dass diese Version des Dacia Duster die für das rumänische Modell typische Genügsamkeit beibehält.
Während des Tests lag der Durchschnittsverbrauch bei sehr interessanten 5,7 l/100 km – bei einer Nutzung mit langen Autobahnabschnitten, aber auch mit einigen „verlorenen“ Stunden im städtischen Stop-and-go. Zum Vergleich: Mit dem Bifuel-Duster lag der Schnitt auf denselben Strecken (und ausschliesslich im Benzinbetrieb) bei 6,5 l/100 km.
Ist das das richtige Auto für Sie?
Preislich liegt dieser Dacia Duster mit dem 1.3 TCe-Benziner nicht weit über der LPG-Variante. Damit ist er eine sehr passende Wahl für alle, die den Duster mögen, aber nicht jeden Tag Kilometer „fressen“ – denn in diesem Fall hat der tiefere Kraftstoffpreis der LPG-Version definitiv Gewicht.
Ja, es gibt auch eine Benzin-Ausführung mit 90 PS aus dem 1.0 TCe. Angesichts der Duster-Abmessungen führt diese Variante aber praktisch dazu, dass man ihn … vor allem im urbanen Umfeld nutzt.
Mit 130 PS und 240 Nm lässt sich der Duster dagegen sowohl auf kurzen Stadtwegen als auch auf längeren Fahrten einsetzen – ob als Ausflug oder mit der Familie. Und das, ohne bei jedem Überholen eines Lastwagens ständig „zwei Gänge zurück“ schalten zu müssen.
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