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Audi RS Q3: Test des kompakten Performance-SUV

Audi SQ5 fährt auf kurviger Bergstrasse, umgeben von Wald und bewölktem Himmel.

Konzept des Audi RS Q3

Was ist das genau?

Hier geht’s um den ersten SUV von Audi, der überhaupt ein RS-Emblem trägt – und gleichzeitig um den ersten kompakten SUV, der eine richtige Performance-Kur bekommt. Und nein: Den Nismo Juke zählen wir nicht mit. Der ist schlicht nicht schnell genug.

Ein Performance-Kompakt-SUV – wozu bitte?

Audi begründet das ziemlich nüchtern: Viele Leute sind bereit, für einen auffällig ausgestatteten SUV sehr viel Geld auszugeben. Beim Q7 wurden 70 per cent mit der besonders luxuriösen S Line-Ausstattung bestellt – also dachte man sich, man könne gleich den RS-Antriebsstrang in den A3-basierten Q3 packen und, wie Audi es formuliert, „ein Auto ohne Wettbewerber“ hinstellen. Und dafür dann £43,000 verlangen. Das sind £9,880 mehr als für den S3 (der auf 62mph um 0,5 Sekunden schneller ist) und £10,920 mehr als für das bisherige Topmodell der Baureihe.

Uff. Das ist ziemlich viel Geld.

Allerdings.

Daten und Ausstattung

Was bekommt man dafür?

Im Kern ist es ein um 25mm tiefergelegter Q3. Unter der Haube arbeitet derselbe turboaufgeladene 2.5-Liter-Fünfzylinder wie im inzwischen eingestellten RS3 – hier allerdings auf 306bhp und 310lb ft Drehmoment reduziert. Das liegt unter den 340bhp des RS3, reicht aber immer noch für 0–62mph in 5.3 Sekunden sowie eine elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 155mph. Und wie die gut sichtbaren Quattro-Schriftzüge bereits ankündigen, geht die Kraft über ein serienmässiges Siebengang-S-tronic-Doppelkupplungsgetriebe an alle vier Räder.

Zur Serienausstattung gehören ausserdem ein Bodykit, 19-Zoll-Räder und Audi Drive Select. Mit Letzterem lassen sich Abgasklang und Gasannahme je nach Wahl von Auto-, Comfort- oder Dynamic-Modus schärfer oder zurückhaltender einstellen.

Fahrgefühl, Kurven und Fazit zur RS-Wuerde

Fühlt er sich denn wie ein echter RS an?

Akustisch: ja. Diese dumpfen Schläge und das Grollen, das man von einem heissen Audi erwartet, sind klar da. Im restlichen Eindruck allerdings deutlich weniger. Weil man höher sitzt und weiter von der Strasse entfernt ist, wirkt die Beschleunigung nicht ganz so „mein Gott“-brutal wie bei den RS-Geschwistern. Die Lenkung liefert zudem nicht besonders viel Rückmeldung – ein weiteres RS-Klischee –, auch wenn sie angenehm gewichtet ist.

Und wie schlägt er sich in Kurven?

Die hohe Karosserie sorgt dafür, dass die Front nicht ganz so fest „eingepinnt“ wirkt, dazu kommt etwas mehr Seitenneigung. Bei 1655kg überrascht das nicht – und es ist nicht nur negativ: Der RS Q3 federt sehr ordentlich und zeigt nicht diese wirbelsäulenfeindliche Härte, die man an anderen Modellen aus der RS-Reihe findet. Auf schlechten Belägen wirkt er bemerkenswert geschmeidig, deutlich mehr als der alte RS3 Sportback. Und wenn man ihn wirklich hart rannimmt, beherrscht er weiterhin diesen typischen RS-Trick: Er bringt dich schneller die Strasse hinunter, als es dein eigenes Können eigentlich zulassen müsste.

Also: RS-Emblem verdient?

Eher nicht. Klar, die Quattro-Magie lässt dich gut aussehen, und schnell ist er auch – nur fehlt hinter dem aggressiven Auftritt ein Stück weit die kompromisslose, deutsche RS-Muskulatur. Dazu kommt der Innenraum: Der wirkt insgesamt ziemlich… langweilig. Die Sitze sehen sehr nach Standard aus und vermitteln kaum Performance-Gefühl. Und wegen der ausgeprägten SUV-Sitzposition lassen sie sich nicht tief genug einstellen, um grösseren Fahrerinnen und Fahrern dieses „in der Badewanne sitzen“-Gefühl zu geben. Das Cockpit selbst entspricht im Wesentlichen dem eines normalen Q3; ein bisschen Carbon-Zierde kommt dazu, wirkt aber eher pflichtschuldig als besonders.

Sollte ich ihn also besser ignorieren?

Wenn du ein echter RS-Fan bist: ja. Im Vergleich zum restlichen Programm wirkt der RS Q3 verwässert – eher wie ein RS-Light. Er ist ohne Frage schnell, aber nicht nah genug am Kern, um wirklich zu kitzeln. Wenn du hingegen unbedingt einen ultraschnellen kompakten SUV willst, den schnelleren und günstigeren S3 als Hatchback partout nicht möchtest und dir der 240bhp Range Rover Evoque Si4 Dynamic zu träge ist, dann passt er schon. Nur: Das sind viele „wenn“. Es ist kein schlechtes Auto – wir fragen uns nur, warum jemand bei klarem Verstand tatsächlich eines kaufen sollte…

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