Bugatti-Kundschaft gilt als Ausnahmeerscheinung – daran zweifelt niemand. Und bei dieser Klientel spielt Geld naturgemäss selten eine Rolle. Trotzdem ist es eine Meldung, wenn jemand beschliesst, gleich acht Bugatti auf einmal zu kaufen.
Bereits 2014 hatte Wolfgang Dürheimer, damals der «Chef» von Bugatti, erklärt, der „typische Bugatti-Kunde hat im Durchschnitt etwa 84 Autos, drei Privatjets und eine Yacht“.
Und dennoch: Es kommt nicht alle Tage vor, dass jemand in Molsheim im französischen Elsass bei Bugatti vorfährt – mit dem klaren Plan, acht Fahrzeuge mitzunehmen. Genau das ist nun passiert.
Wie bei Bugatti üblich bleibt die Identität des Kunden unter Verschluss; auch der Gesamtpreis wurde nicht kommuniziert.
Dafür hat die von Ettore Bugatti gegründete Marke offengelegt, welche Modelle in der Bestellung standen: ein Chiron Super Sport 300+, ein Veyron Grand Sport Vitesse World Record Edition – und dazu sechs kleine, zu 100% elektrische Baby II, jeweils eines für jedes seiner Kinder.
Hat Bugatti tatsächlich einen Veyron verkauft?
Der Käufer hat seinen Veyron direkt bei Bugatti erworben – über das offizielle Programm für zertifizierte Gebrauchtwagen mit dem Qualitätssiegel von „La Maison Pur Sang“.
Der Veyron Grand Sport Vitesse World Record Edition war auf lediglich acht Exemplare limitiert. Technisch setzte er auf den bekannten W16 mit 8,0 l Hubraum, vier Turboladern und einer maximalen Leistung von 1200 PS – gut für eine Höchstgeschwindigkeit von 408 km/h.
Einen offiziellen Preis für diese exklusive Veyron-Variante hat Bugatti nie genannt. Bekannt ist jedoch, dass sie etwas über dem Grand Sport Vitesse lag, dessen Basispreis inklusive Steuern bei rund 2,4 Millionen Euro angesetzt war.
Und der Erbe…
Neben dem Veyron Grand Sport Vitesse World Record Edition hat sich dieser Kunde auch den naheliegenden Nachfolger gesichert: den Chiron Super Sport 300+. Dabei handelt es sich um die Strassenversion des ersten Autos, das die Marke von 300 mph (483 km/h) überschritten hat.
Optisch tritt dieser Chiron Super Sport 300+ in einer Lackierung auf, die Schwarz und Orange kombiniert – genau wie der Veyron Grand Sport Vitesse World Record Edition. Die Serie ist auf 30 Einheiten begrenzt, und jedes Exemplar startet bei einem Basispreis von 3,5 Millionen Euro.
Wie beim Chiron-Prototyp, der die 300 mph überbot (mit 304,773 mph beziehungsweise 490,484 km/h), arbeitet auch hier der 8.0 W16 tetraturbo. Er leistet 1600 PS, wird jedoch elektronisch auf 442 km/h begrenzt.
Sechs elektrische Bugatti
Abgerundet wurde diese besondere Order erst durch sechs Bugatti Baby II – alle individuell nach den Wünschen des Kunden gestaltet, jeweils für eines seiner Kinder.
Der Baby II ist eine Replika im Massstab 3/4 des Bugatti Type 35, jenes Modells, das als einzelnes Fahrzeug die erfolgreichste Bugatti-Rennwagenkarriere auf den Rundstrecken vorweisen kann (nicht über Modellgenerationen hinweg wie etwa der Porsche 911).
Die Produktion ist auf 500 Exemplare limitiert. Der Basispreis liegt bei rund 30 000 Euro, wobei personalisierte Fahrzeuge (wie in diesem Fall) diesen Betrag problemlos verdoppeln können.
Als reines Elektrofahrzeug bietet der Baby II zwei Fahrmodi mit den Bezeichnungen „Kind“ und „Erwachsen“. Im ersten Modus liefert er lediglich 1 kW (1,36 PS) und erreicht 20 km/h; im zweiten steigt die Leistung auf 4 kW (5,4 PS) und die Geschwindigkeit auf 45 km/h.
Für besonders Abenteuerlustige gibt es ausserdem einen dritten Modus. Dieser wird nur über einen zweiten Schlüssel freigeschaltet – so, wie es ihn beim Veyron gab und beim Chiron gibt – und öffnet den Zugriff auf 10 kW (13,6 PS). Damit sind bis zu 70 km/h Höchstgeschwindigkeit möglich.
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