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Neuer Honda HR-V e:HEV: erster Eindruck und Testfahrt

Weisser Honda HR-V E:HEV SUV steht in modernem Showroom neben zwei Ladestationen.

Der neue Honda HR-V ist seit mehreren Monaten offiziell vorgestellt, rückt aber erst jetzt spürbar näher an den portugiesischen Markt heran – die Markteinführung wird voraussichtlich erst Anfang 2022 erfolgen. Verantwortlich dafür ist die Halbleiterkrise, die die Automobilindustrie weiterhin ausbremst.

Wir konnten ihn dennoch bereits aus nächster Nähe anschauen und ihn bei einem kurzen ersten Kontakt rund um Frankfurt in Deutschland selbst fahren. Dabei stand vor allem die Effizienz des Hybridsystems im Fokus – und genau diese ist heute mehr denn je einer der grössten Trümpfe dieses Modells.

Der Grund: In der dritten Generation wird der HR-V ausschliesslich mit Hondas Hybridantrieb e:HEV angeboten, den man bereits aus Modellen wie dem Jazz kennt. Ob diese Strategie aufgeht, klärt unser Video zum ersten Kontakt mit dem neuen japanischen SUV.

Ein Hybrid, der sich fast wie ein Elektroauto anfühlt

Honda hat bereits kommuniziert, dass die Marke 2022 in Europa eine vollständig elektrifizierte Modellpalette anbieten will – mit Ausnahme des Civic Type R. Allein das erklärt, weshalb der neue HR-V nur noch als Hybrid erhältlich ist.

In der Spitze stehen 131 cv und 253 Nm zur Verfügung; beides stammt vom elektrischen Fahrmotor. Die Antriebskette des HR-V umfasst ausserdem einen zweiten Elektromotor (Generator), eine Lithium-Ionen-Batterie mit 60 Zellen (beim Jazz sind es nur 45), einen 1,5-Liter-i-VTEC-Benziner (Atkinson-Zyklus) sowie ein Getriebe mit fester Übersetzung. Das Drehmoment wird ausschliesslich an die Vorderräder geleitet.

Im Alltag lässt sich über weite Strecken rein elektrisch fahren. Der Benzinmotor speist dabei häufig als Generator den Elektromotor. Erst bei höherem Tempo – etwa auf der Autobahn – übernimmt der Verbrenner die Aufgabe, das Drehmoment direkt an die Vorderräder zu übertragen.

An dieser Stelle gibt es jedoch einen weniger positiven Hinweis: Geräusche treten dann deutlich in den Vordergrund, und auch Vibrationen sind am Lenkrad spürbar.

Sobald mehr Leistung gefragt ist, etwa zum Überholen, wechselt das System sofort in den Hybridmodus (mit mehr Leistung und Durchzug). Und fairerweise: Mir fehlte zu keinem Zeitpunkt «Feuerkraft» – der Hybridantrieb reagierte stets sehr überzeugend.

Interessante Verbrauchswerte

Schon nach wenigen Kilometern wird klar, dass dieses elektrifizierte System konsequent auf Effizienz ausgelegt ist. Im ersten Teil dieses (recht kurzen) Fahrkontakts lag mein Durchschnitt bei rund 6,2 l/100 km. Gegen Ende sank der Wert sogar leicht – ich kam auf einen Schnitt unter 6 l/100 km.

Bei normaler Nutzung habe ich keinen Zweifel, dass sich Werte sehr nahe an den von Honda genannten 5,4 l/100 km erreichen lassen – zumal ich bei diesem kurzen Test nicht gezielt «auf Verbrauch» gefahren bin.

Überarbeitete Lenkung und Fahrwerk

Für diese neue HR-V-Generation hat Honda die Karosseriestruktur steifer ausgelegt und mehrere Verbesserungen an Fahrwerk und Lenkung umgesetzt. Das Resultat ist ein komfortableres Fahrzeug, das sich insgesamt sehr angenehm fahren lässt.

Wenn man das Tempo erhöht, bleibt jedoch eine gewisse Seitenneigung in Kurven spürbar – allerdings ist die Bewegung gut vorhersehbar und sehr progressiv. Die Lenkung hat das passende Gewicht und wirkt zudem recht direkt sowie präzise.

Am meisten punktet der HR-V jedoch beim Komfort. Besonders hervorheben muss ich die Sitzposition: Sie ist nicht nur bequem, sondern bietet auch eine ausgezeichnete Rundumsicht.

Ein europäischer wirkender Auftritt

Über den neuen HR-V zu sprechen, ohne sein neues Design zu erwähnen, ist praktisch unmöglich – es wirkt, als sei es gezielt für den europäischen Markt gezeichnet.

Horizontale Linien, eine reduzierte Formensprache und ein sehr niedriges Dach – im klaren Kontrast zum optisch «volleren» Vorgänger – passen gut zu den 18-Zoll-Felgen und zur grösseren Bodenfreiheit (+10 mm).

Im Innenraum setzt sich diese Designsprache fort: Mehrere Elemente betonen das Gefühl von Breite an Bord.

Der Innenraum wirkt schlicht, aber elegant, und die Verarbeitung ist angenehm. Gleichzeitig findet man relativ leicht härtere Materialien – etwa hinter dem Lenkrad, im oberen Bereich der Türen und an der Mittelkonsole.

Platzangebot und Vielseitigkeit

Am stärksten beeindruckt letztlich das Raumgefühl, vor allem die Beinfreiheit im Fond. Die coupé-inspirierte Aussenlinie kostet allerdings etwas Kopffreiheit. Wer grösser als 1,80 m ist, kommt mit dem Kopf sehr nah ans Dach.

Auch der Kofferraum fällt im Vergleich zum HR-V der vorherigen Generation kleiner aus: 335 Liter beim Neuen stehen 470 Litern beim Alten gegenüber.

Was an Volumen verloren ging, wird weiterhin durch Lösungen wie die Magic Seats (magische Sitze) und den ebenen Ladeboden mit umgeklappten Rücksitzen relativiert. So lassen sich auch sperrigere Gegenstände unterbringen – zum Beispiel Velos oder Surfboards.

Wann kommt er?

Der neue Honda HR-V wird den portugiesischen Markt erst Anfang nächsten Jahres erreichen, Bestellungen sind aber bereits möglich. Endgültige Preise für Portugal – ebenso wie die genaue Struktur der Modellpalette – wurden bislang noch nicht bekanntgegeben.


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