Zum Inhalt springen

BMW X5 2014: 3. Generation im Fahrbericht

Weisser BMW SUV auf kurviger Strasse mit felsiger Wüstenlandschaft im Hintergrund bei Tageslicht.

Überblick: BMW X5 3. Generation (2014)

Was ist das? Der X5 der dritten Generation aus dem Jahr 2014. BMW hat nicht bei null angefangen, sondern den X5 der zweiten Generation gezielt weiterentwickelt – mit Fokus auf bessere Verarbeitung, mehr Komfort und insgesamt mehr Kultiviertheit.

Und hat das funktioniert? Ja, und zwar überzeugend. Der bisherige X5 galt schon nicht als unangenehm oder besonders laut, doch das neue Modell wirkt im direkten Vergleich deutlich ruhiger, weicher gefedert und insgesamt geschmeidiger.

Technik-Update: Aerodynamik, Lenkung und Feinschliff

Wie haben sie das erreicht? Indem sie – typisch BMW – fast jedes einzelne Bauteil unter die Lupe genommen und danach Stück für Stück verbessert haben. Optisch orientiert sich die Überarbeitung stärker an den Linien des X3, entscheidender ist aber der spürbare Fortschritt bei der Aerodynamik: Der 3G X5 schneidet besser durch die Luft, was Windgeräusche reduziert und den Verbrauch senkt.

Auch die Lenkung ist neu: Sie arbeitet jetzt elektrisch unterstützt. Das spart nochmals etwas Kraftstoff und ermöglicht gleichzeitig eine variable Unterstützung, die sich je nach aktivem Fahrwerksprogramm anpasst. Nach demselben Prinzip hat BMW auch Fahrwerk, Antriebsstrang und Innenraum weiter verfeinert.

Motoren und Antrieb: Diesel im Vorteil

Das klingt nach einer langen Liste an Verbesserungen … Ist es auch – deshalb nur die wichtigsten Punkte. Zum Start gibt es als Diesel den bewährten 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit einem Turbolader (in Grossbritannien als 35d bezeichnet): mit etwas mehr Leistung und Drehmoment sowie weniger „Todgasen“. Dazu kommt der 4,4-Liter-V8-Benziner, der nun 50bhp mehr leistet, mehr Drehmoment bietet und weniger vom „planetenerwärmenden Zeug“ ausstösst.

Ebenfalls zum Marktstart ist ein Dreifach-Turbo-Diesel (M50d) vorgesehen. Später soll die Palette mit weiteren Benzin- und Dieselmotoren ergänzt werden, darunter auch ein 2,0-Liter-Turbodiesel – den konnten wir allerdings noch nicht fahren.

Von den zwei Varianten, die wir ausprobiert haben, war der Reihensechszylinder-Diesel die bessere Wahl. Er harmonierte deutlich stimmiger mit der Achtgang-Automatik, vor allem beim Anfahren an Kreuzungen. Der 5.0 zögerte kurz, während der Diesel direkt loslegte.

Fahrwerkspakete: Komfort, Dynamik und „Professional“

Und das Fahrwerk? Serienmässig verlässt der X5 das Werk zwar auf Stahlfedern, aber für den 3G X5 stehen mehrere adaptive Fahrwerkspakete bereit, um das Fahrerlebnis zu schärfen.

  • Comfort: aktive Dämpfer plus Luftfederung an der Hinterachse
  • Dynamic: statt Luftfederung gibt es eine umfassende aktive Wankstabilisierung
  • Professional: kombiniert beide Ansätze

Zusätzlich wird zum Verkaufsstart Mitte November ein M Sport-Paket angeboten, das mit straffer abgestimmtem Fahrwerk kommt.

Kommt auch ein X5 M? BMW wollte sich dazu noch nicht äussern. Wenn wir innerhalb von 18 Monaten nicht mindestens davon hören, „esse ich meinen virtuellen Hut“.

Innenraum und Alltag: mehr Qualität, mehr Variabilität

Wie stark hat sich der Innenraum verändert? Deutlich. Praktisch alles ist neu – abgesehen von den Sitzrahmen. Der Innenraum wurde subtil neu verpackt, um mehr Laderaum herauszuholen. Die Rückbank ist nun im Verhältnis 40:20:40 teilbar und damit flexibler. Ausserdem bleibt eine Siebensitzer-Variante im Angebot.

Der stärkste Eindruck kommt aber von der insgesamt höheren Qualität: Alles, was man sieht, berührt oder hört, wirkt hochwertiger. Displays, Hebel und Tasten reagieren schneller, laufen geschmeidiger und fühlen sich besser an als zuvor. Leder, Textilien und andere Materialien wirken straffer verarbeitet und zugleich weicher – insgesamt ist es einfach bequemer und leiser.

Fahrgefühl und Gelände: leiser, präzise und trotzdem agil

Und wie fährt er sich? Auch hier ist der Fortschritt klar spürbar. BMW sagt, das Geräuschniveau im Innenraum sei um 2.5dB gesenkt worden – und genau so klingt es. Wind-, Abroll- und Fahrwerksgeräusche sind nun nur noch minimal wahrnehmbar.

Das Lenkgefühl war in den verschiedenen Programmen nicht perfekt, aber die Präzision passt – daher gibt es wenig Grund zur Kritik. Für den typischen Einsatz dieser Fahrzeuge ist ein leicht stärker isoliertes Gefühl vermutlich sogar die bessere Lösung. Heisst aber nicht, dass man den X5 nicht flott bewegen kann: Man kann, und er macht gerne mit. Auf einer nassen, kurvigen Bergstrasse in Kanada ging er munter voran – in einem Tempo, das man eher nicht mit einem SUV verbindet.

Und im Gelände? Der Parcours, den wir gefahren sind, war weit davon entfernt, wirklich anspruchsvoll zu sein. Die leichten Aufgaben hat der X5 jedoch ohne Mühe weggesteckt. Ob er an Range-Rover-Niveau herankommt, ist fraglich – aber das dürfte 99 Prozent der Besitzerinnen und Besitzer kaum kümmern.

Kaufentscheidung: Für Fans ein Upgrade, für Neueinsteiger der beste X5 bisher

Also: Job erledigt – soll ich einen kaufen? Wenn du bereits einen X5 hattest und ihn mochtest, ist die dritte Generation ein schönes Upgrade an dich selbst. Und wenn du neu in der X5-Welt bist: Das ist mit Abstand der beste X5, den BMW bislang gebaut hat.

Über die Ausstattung lässt sich ein X5 zusammenstellen, der mit den Besten von Porsche, Audi und Range Rover mithalten kann. Der M50d dürfte ein echtes Monster werden, und der kommende 2.0d-Antrieb in Kombination mit sieben Sitzen könnte sich als neuer Liebling für den Schulweg etablieren.

Zitat fürs Poster? „Ein rundum sinnvolles und wertvolles Update.“

Die Zahlen
2,993cc, 6cyl, AWD, 258bhp, 413lb ft, 6.2ltr/100km mpg, CO2 162g/km, 0-62mph 6.9secs, 144mph, 2,145kg, £47,895

Kommentare

Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!

Kommentar hinterlassen