Hanwha Aerospace aus Südkorea hat den Bau seiner neuen Produktionsstätte für selbstfahrende Haubitzen vom Typ K9 Thunder in Rumänien offiziell gestartet. Damit setzt das Unternehmen einen wichtigen Schritt für den industriellen Ausbau des Systems in Europa und für die Vertiefung der Verteidigungsbeziehungen zwischen Bukarest und Seoul. Die Firma teilte mit, dass die Arbeiten an der Anlage angelaufen sind, in der die vom rumänischen Heer beschafften K9 künftig vor Ort gefertigt und montiert werden.
Mit Blick auf die Bedeutung des Projekts ist vorgesehen, dass die neue Fabrik nicht nur die Endmontage der Haubitzen übernimmt. Parallel dazu soll schrittweise auch ein Netz rumänischer Zulieferer in die Lieferkette eingebunden werden – entsprechend den im zwischen beiden Seiten geschlossenen Vertrag festgehaltenen Zusagen zur Technologie- und Industrieübertragung.
Ein Vertrag nahe an den USD 1.000 Millionen
Die Inbetriebnahme der industriellen Infrastruktur ist Teil des 2024 abgeschlossenen Abkommens, mit dem Rumänien 54 selbstfahrende K9- Thunder-Haubitzen sowie K10-Munitionsnachschubfahrzeuge beschafft hat. Der Auftrag hat einen Wert von rund USD 920 Millionen. Durch diesen Vertrag wurde Rumänien zum zehnten Betreiber des Systems weltweit und zählt in Europa zu den wichtigsten Nutzern – neben Polen, Norwegen, Finnland und Estland.
Die K9 Thunder ist eine selbstfahrende Haubitze im Kaliber 155 mm/52, deren Reichweite je nach verwendeter Munition über 40 Kilometer liegt. Ausgerüstet mit automatisierten Ladesystemen und einer Feuerleitanlage kann sie mehrere Schüsse in schneller Folge im MRSI-Verfahren abgeben und den Stellungsraum innerhalb weniger Minuten verlassen. Diese Fähigkeit ist in hochintensiven Einsatzszenarien entscheidend, in denen das Überleben gegenüber feindlichem Gegenbatteriefeuer massgeblich ist.
Lokale Produktion und regionale Perspektive
Die Wahl, ein Werk auf rumänischem Staatsgebiet aufzubauen, folgt sowohl vertraglichen Anforderungen als auch der langfristigen Europa-Strategie von Hanwha. Die lokale Industriekapazität soll zudem die Einsatzbereitschaft durch Instandhaltung, Wartung und eine mögliche spätere Modernisierung der rumänischen Flotte absichern und gleichzeitig Optionen für künftige Exporte oder regionale Folgeaufträge eröffnen.
Die Zusammenarbeit zwischen Rumänien und Südkorea beschränkt sich dabei nicht auf selbstfahrende Artillerie. In den vergangenen Jahren hat Bukarest auch den südkoreanischen Kampfpanzer K2 Black Panther, entwickelt von Hyundai Rotem, als möglichen Kandidaten für die Modernisierung der gepanzerten Kräfte geprüft. Obwohl in diesem Bereich bislang kein Vertrag formalisiert wurde, unterstreichen durchgeführte technische Vorführungen sowie das von rumänischen Stellen bekundete Interesse den Trend, Lieferanten zu diversifizieren und die Modernisierung der Landstreitkräfte zu beschleunigen.
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