Ende letzten Monats berichteten mehrere Quellen, Mercedes-Benz könne bei künftigen Modellen auf BMW-Motoren setzen – konkret wurde dabei häufig der Münchner Vierzylinder B48 genannt. Als Gründe wurden tiefere Kosten, mehr Tempo bei der Umsetzung sowie Vorteile bei der Erfüllung von Vorschriften ins Feld geführt. Bis dahin hatten sich beide Hersteller nicht öffentlich dazu geäussert.
Inzwischen liegt eine offizielle Einordnung vor – und sie widerspricht den Spekulationen: Mercedes-Benz wird keine Motoren von BMW verwenden. Das bestätigte Markus Schäfer, Technologiechef der Marke mit dem Stern, gegenüber Motor1 am Autosalon München (IAA 2025).
Offizielle Absage an BMW-Motoren am IAA 2025
Schäfer nutzte den Auftritt in München – also in der Heimatstadt des grossen Rivalen – um die Gerüchte klar zurückzuweisen: „An diesen Gerüchten ist überhaupt nichts dran. Wir entwickeln unsere eigene neue Familie modularer Motoren – FAME (Family of Modular Engines) – die alle Hubräume abdeckt und die Normen EU7, China 7 und die nordamerikanischen Vorschriften bereits erfüllt“, sagte er.
Für alle Systeme
Die FAME-Motoren (Family of Modular Engines) von Mercedes-Benz wurden komplett neu entwickelt – zusammen mit Horse – und sollen die heutige Palette an Verbrennungsmotoren beim Hersteller ablösen. Der zentrale Vorteil liegt in der modularen Architektur: Sie erlaubt Antriebe mit unterschiedlichen Hubräumen, von kompakten Vierzylindern bis hin zu Zwölfzylinder-Aggregaten, und macht das Angebot je nach Marktanforderungen breit und flexibel anpassbar.
Mercedes-Benz FAME: Modularität, Elektrifizierung und EU7
Laut Markus Schäfer gibt es innerhalb dieser Motorenfamilie keine technische Einschränkung, die eine Anpassung an kommende Mercedes-Benz Modelle verhindern würde.
Ausgelegt sind die Aggregate für verschiedene Elektrifizierungs-Konzepte. Zudem sind sie dafür vorbereitet, CO2-neutrale Kraftstoffe zu nutzen – etwa e-fuels oder fortschrittliche Biokraftstoffe. Als weiterer entscheidender Punkt wird von der Marke genannt, dass die Motoren die Euro-7-Vorgaben erfüllen.
V12 und V8 bleiben Teil der Planung
Der Manager bekräftigte ausserdem, dass man in Stuttgart am Abschluss der Entwicklung eines neuen Hochleistungs-V8 arbeitet, der für besonders strenge Emissionsvorgaben konzipiert ist. Darüber hinaus versicherte er, dass V12-Motoren weiterhin im Angebot bleiben.
„Wir werden weiterhin V12 und auch V8 anbieten. Wir haben eine vollständige, intern entwickelte und aktualisierte Palette an Verbrennungsmotoren, die für die Zukunft bereit ist“, schloss der Manager.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!
Kommentar hinterlassen