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Fahrbericht: Maserati GranCabrio Sport

Roter Maserati Sportwagen Cabrio fährt schnell auf kurviger Bergstrasse, helle Sitze, grüne Landschaft.

Konzept: GranCabrio mit dem «Sport»-Zusatz

Er heisst GranCabrio Sport – und damit ist das Grundrezept bereits erklärt: ein offener Maserati GranTurismo, also der GranCabrio, einfach mit etwas «Sport» obendrauf. Wobei der Zugewinn an Vitalität eher homöopathisch ausfällt: Die Leistung klettert gerade einmal um 10 PS auf 450 PS, das Drehmoment von 489 Nm auf 510 Nm, die Höchstgeschwindigkeit um rund 2 km/h auf 285 km/h, und der Sprint von 0–100 km/h verbessert sich um 0,1 Sekunden auf 5,2. In einem 1’980-kg-Auto spürt man das kaum – ausser man hat digitale Anzeigen dort, wo sonst das Gesäss Feedback liefert.

Maserati GranCabrio Sport: Getriebe, Wippen und Sound

Deutlich eher fällt das neue MC Sport Shift Auto-Getriebe auf, inklusive längerer, Trofeo-ähnlicher Schaltwippen, die fest an der Lenksäule montiert sind. Die Abstimmung holt mehr aus dem nutzbaren Drehzahlband des 4,7-Liter-V8 heraus – er dreht 500 U/min höher als beim normalen GranCabrio. Im Sportmodus wechselt das überarbeitete Getriebe die Gänge 50 Prozent schneller und bleibt im manuellen Modus selbst dann im Gang, wenn der Drehzahlbegrenzer erreicht ist.

Das ist angenehm, weil man so mit dem Motorsound «musizieren» kann: Er wirkt eine Spur spektakulärer als beim Standard-GranCabrio, was auch am präsenteren Auspuff liegt – an der attraktiven Variante mit schwarzen, ovalen Endrohren.

Optik und Verdeck: kleine Eingriffe, grosse Wirkung

Auch optisch gibt es ein paar, nun ja, Mini-Updates – nicht viel, aber gerade genug, um im GranCabrio-internen Streitgespräch die Nase vorn zu haben. Dazu zählen kleine, luftteilende Winglets an den Kanten der Frontschürze, eigenständige Seitenschweller, Scheinwerfer mit schwarzem Innenleben und ein schwarzer Kühlergrill.

Schön bleibt er trotzdem – sogar mit geschlossenem Dach. Das Stoffverdeck lässt sich bis 32 km/h öffnen oder schliessen, wobei man idealerweise etwas Platz mitbringt: Es braucht gefühlt eine Ewigkeit, konkret 28 Sekunden.

Fahrgefühl: besser als der Standard, aber nicht wirklich «Sport»

Ist er besser als ein normaler GranCabrio? Ja – ein bisschen. Das Getriebe bleibt eine wandlerautomatische Lösung, kann also weiterhin gelassen dahinrollen, komfortabel und weich im Auftritt. Das Fahrwerk ist straff, aber nicht rückenbrechend. Als stilvoller Poser ist er grossartig.

Erhöht man das Tempo, zeigen sich allerdings Risse im Konzept: Das Auto wirkt enorm schwer. Und auf der Suche nach «entspannter Sportlichkeit» hat Maserati dem Bremspedal aus unerfindlichen Gründen ein seltsames, rund 5 cm langes, schwammiges Nichts am Anfang des Pedalwegs verpasst – gerade in der Sport-Version ist das ausgesprochen nervig. Ist man erst durch diese Wattezone hindurch, verzögert die Anlage wirksam und gut dosierbar. Trotzdem sorgt das dafür, dass der GranCabrio Sport sich gelegentlich etwas zu gerne in eine Kurve «hineinstürzt», zusätzlich unglücklich angeschoben vom generellen Gewicht.

Damit ist der «Sport»-Teil eher ein Etikettenschwindel. Wer ein wirklich scharfes Fahrerauto sucht, ist mit einem Audi R8 Cabrio besser bedient. Allerdings kostet der GranCabrio Sport nur rund 4’300 Pfund mehr als das Standardmodell, und allein die Änderungen an Auspuff und Getriebe dürften diesen Aufpreis schon rechtfertigen. TG empfiehlt den Maserati GranCabrio Sport deshalb als hübsches, schnelles und herrlich lautes Cabriolet – man sollte einfach nicht erwarten, dass er die Regeln der Physik neu schreibt.

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