Alle optischen Anzeichen haben gepasst – und ebenso die Hinweise aus den technischen Angaben. Der neue Audi TT ist tatsächlich deutlich eher ein Sportwagen als sein Vorgänger.
Motoren, Leistung und Antrieb im neuen Audi TT
Als Erstes fällt auf, wie zügig er unterwegs ist. Es gibt zwei Varianten: eine mit Audis 200bhp starkem 2.0 Turbo FSi – jenem Aggregat, das man vor allem aus dem Golf GTI kennt.
Im Vergleich zum früheren TT mit seinem eher spitz einsetzenden Ladedruck liefert dieser Motor seine Kraft viel gleichmässiger ab. Sobald man das Gaspedal drückt, steht spürbar Schub bereit. Dazu läuft er kultiviert, dreht willig hoch und legt als Zugabe ein sonores, grossvolumiges Auspuffbrabbeln hin (nicht zu laut, versteht sich – eher eine dezente Betonung).
Mit so viel Kraft an den vorderen Antriebswellen gibt es aus engen Kurven und bei Nässe durchaus merklich durchdrehende Räder. Wer im Alltag oft über nasse Kreisel fährt, sollte zur quattro-Version greifen.
Ganz so einfach ist es allerdings nicht: Den quattro-Allradantrieb gibt es nicht in Kombination mit dem 2.0-Motor. Dafür muss man auf den 3.2-Liter-V6 umsteigen. Kurioserweise wirkt der 3.2 trotz der Mehrleistung (250bhp statt 200) kaum schneller. Der Grund ist das zusätzliche Gewicht – durch zwei weitere Zylinder und die komplette hintere Hälfte des Antriebssystems.
Damit ist der quattro zwar aus engen Ecken heraus dank der zusätzlichen Traktion klar im Vorteil, doch sonst bleibt der 2.0 problemlos dran. Zudem wirkt der «kleine Bruder» in schnellen S-Kurven agiler. Natürlich klingt der V6 insgesamt schöner, nur eben nicht wirklich klassisch.
Preis und Abwägung zwischen 2.0 und 3.2
Darum fällt es mir die meiste Zeit schwer, den Aufpreis zu rechtfertigen. Der 3.2 kostet £29,285, der 2.0 £24,625.
Fahrwerk, Lenkung und Handling
Der neue Wagen ist breiter, die Masse sind besser verteilt, und das Fahrwerk ist ausgefeilter. Entsprechend liegt sein Fahrverhalten klar über dem des alten Modells: Er wankt weniger in Kurven, die Lenkung arbeitet deutlich entschlossener und präziser, Unebenheiten steckt er besser weg – insgesamt wirkt er extrem vertrauenswürdig und kompetent.
Zwei Punkte trennen ihn dennoch von echter Grösse: In der Lenkung fehlt das letzte Quäntchen Gefühl, und Gas-Korrekturen mitten in der Kurve verändern die Linie kaum, besonders im quattro. Man bekommt ein ganz leichtes Untersteuern – oder eben leichtes Untersteuern – und das war’s dann.
Komfort, Geräusche und Langstrecke
Trotz der verbesserten Dynamik ist auch der Federungskomfort gestiegen, besonders mit dem optionalen adaptiven Dämpfungssystem mit Magnetflüssigkeit. Lange Etappen lassen sich mit diesem Auto ohne Mühe abspulen: Windgeräusche sind sehr gering – wobei die optionalen 19-Zöller deutliches Reifendröhnen verursachen.
Das sichere Handling, die Stabilität und dieses straffe, solide Grundgefühl machen ihn zu einem hervorragenden Begleiter, gerade in einer dunklen, regnerischen Nacht.
An einem Nachmittag bin ich ihn im Schnee, im Nebel, bei strömendem Regen und in trockener Sonne gefahren: hinauf auf einige der höchsten Passstrassen Europas, hinunter auf eine Autobahn ohne Tempolimit und durch Städte mit Kopfsteinpflaster. Kein einziges Mal wirkte er dabei überfordert.
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