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EU erweitert «Made in Europe»-Regeln für Autos: Vereinigtes Königreich, Japan und Industrial Accelerator Act

Weisser Elektro-Sportwagen mit EU-Kennzeichen in einer modernen Ausstellungshalle mit Hafenblick.

Was sich an den «Made in Europe»-Kriterien ändert

Die Europäische Union (EU) hat angekündigt, das Vereinigte Königreich, Japan und weitere Partner in die Vorgaben zum lokalen Inhalt einzubeziehen. Damit können Autos, die in diesen Ländern gebaut werden, unter bestimmten Voraussetzungen als «Made in Europe» gelten.

So lassen sich solche Fahrzeuge bei Förderprogrammen für Kauf oder Produktion wie Modelle behandeln, die innerhalb der EU gefertigt werden und einen definierten Mindestanteil an europäischen Komponenten erreichen.

Voraussetzung dafür ist ein Gegenseitigkeitsprinzip: Die Partnerländer müssen Herstellern mit Sitz in der EU einen gleichwertigen Zugang ermöglichen – auch dann, wenn die entsprechenden Fahrzeuge nicht innerhalb des EU-Blocks produziert werden.

Ziele des Industrial Accelerator Act

Die Ankündigung erfolgte im Rahmen der Vorstellung des Industrial Accelerator Act (Gesetz zum industriellen Beschleuniger). Dieses Vorhaben soll vorschreiben, dass neue, in Europa produzierte Autos einen Mindestanteil an Materialien und Bauteilen mit europäischem Ursprung aufweisen.

Mit der Massnahme will die EU die europäische Industrie gegen starken internationalen Wettbewerb – insbesondere aus China – absichern, die eigenen Produktionskapazitäten ausbauen, die Nachfrage nach lokal hergestellten sauberen Technologien und Produkten erhöhen und eine der grössten industriellen Basen der Europäischen Union erhalten.

Reaktionen der Industrie

Zu den ersten Herstellern, die sich dazu geäussert haben, gehört Nissan. Der Autobauer liefert rund 70% der Produktion aus seinem Werk in Sunderland (England) in den europäischen Markt – darunter Qashqai und Juke.

«Wir sind zufrieden, dass die Kommission die Anliegen der Industrie aufgegriffen und die Bedeutung der Partner in der Lieferkette der EU anerkannt hat», erklärte der Hersteller in einer Mitteilung an Automotive News Europe.

Die japanische Marke hatte gefordert, dass die Regel, Fahrzeuge von ausserhalb der Union als «einer europäischen Herkunft gleichwertig» einzustufen, auf sämtliche Förderprogramme für Elektrofahrzeuge angewendet wird – einschliesslich Anreize für Unternehmensflotten. Aus Sicht von Nissan könnte ein Ausschluss von in Grossbritannien gebauten Fahrzeugen unnötige Verwirrung und zusätzliche Komplexität schaffen.

Regeln für ausländische Investitionen

Trotz der neuen «Made in Europe»-Vorgaben schränkt das Gesetz ausländische Direktinvestitionen ein. Wird zum Beispiel ein strategischer Sektor weltweit zu mehr als 40% von einem einzelnen Land kontrolliert und übersteigt eine Investition 100 Millionen Euro, muss das Projekt hochwertige Arbeitsplätze schaffen, Innovation sowie Wachstum fördern und in der EU einen realen Mehrwert erzeugen.

Dieser Mehrwert soll unter anderem über die Weitergabe von Technologien und Kompetenzen entstehen – und über die Erfüllung der Anforderungen an lokale Inhalte.

Zusätzlich muss ein Projekt «ein Mindestniveau von 50% europäischer Beschäftigung» sicherstellen, sodass Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger neben den Investoren profitieren. Damit will die EU gewährleisten, dass Investitionen spürbare Vorteile für die lokale Wirtschaft bringen und zugleich die wirtschaftliche Sicherheit sowie die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten stärken.

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