Bei Rauma Marine Constructions (RMC) ist im Programm Squadron 2020 ein weiterer Meilenstein erreicht: Auf der Werft in Rauma hat der Bau der vierten und letzten Mehrzweckkorvette der Pohjanmaa-Klasse für die Finnische Marine begonnen. Sichtbar gemacht wurde der Fortschritt durch eine Stahl-Schneide-Zeremonie, die zeitgleich mit der Kiellegung der dritten Einheit stattfand. Damit befinden sich alle vier Korvetten des Programms in Rauma gleichzeitig im Bau – jeweils in unterschiedlichen Fertigungsphasen.
RMC zufolge startete die Produktion der dritten Korvette im August 2025. Die zweite Einheit steht kurz vor dem Abschluss der strukturellen Rumpfarbeiten. Die erste Korvette, die im Mai 2025 vom Stapel gelaufen ist, durchläuft aktuell die Ausrüstungsphase inklusive Einbau von Systemen und Ausrüstung.
In diesem Zusammenhang erklärte RMC-CEO und Präsident Mika Nieminen: „We are very pleased to now have all Pohjanmaa-class multipurpose corvettes under construction at the Rauma shipyard. We have industrialized our construction procedures and processes to meet the demanding requirements of our customers’ projects. This is reflected in the progress achieved in core shipbuilding activities, namely hull construction.”
Ein Schlüsselprogramm für die Finnische Marine
Das Programm Squadron 2020 (Laivue 2020) umfasst den Bau von vier Korvetten der Pohjanmaa-Klasse und soll die Überwasserflotte der Finnischen Marine erneuern. Die Schiffe sind für den Ganzjahresbetrieb unter Bedingungen der Ostsee ausgelegt und ersetzen ältere Einheiten der Klassen Rauma und Hämeenmaa sowie einen ausser Dienst gestellten Minenleger.
Konzipiert sind die Korvetten der Pohjanmaa-Klasse als Mehrzweckplattformen für Luftverteidigung, U-Boot-Abwehr, das Ausbringen von Seeminen sowie gemeinsame Operationen mit verbündeten NATO-Kräften. Jede Einheit ist rund 117 meters lang, misst 16.5 meters in der Breite, hat eine Besatzung von ungefähr 70 Personen und erreicht eine geschätzte Höchstgeschwindigkeit von 26 Knoten.
Der Bau der zweiten Korvette begann im Oktober 2024, während die dritte Einheit der Klasse im September des letzten Jahres gestartet wurde. Zusätzlich ist in Erinnerung zu rufen, dass die erste Korvette – das Typschiff der Klasse – im Mai 2025 zu Wasser gelassen wurde, was den schnellen Fortschritt von Squadron 2020 unterstreicht.
Industrielle und wirtschaftliche Auswirkungen
Laut Angaben von RMC wird die direkte Beschäftigungswirkung des Programms Squadron 2020 in Finnland auf rund 3,600 Personenjahre geschätzt. Hinzu kommt, dass parallel weitere strategische Vorhaben umgesetzt werden – darunter der Bau von zwei Eisbrechern für die United States Coast Guard, ein Auftrag, der Ende 2025 vergeben wurde.
Dazu sagte Brigadegeneral (Ingenieur) Juha-Matti Ylitalo, stellvertretender Chef des Logistikkommandos der Finnischen Streitkräfte: „The start of steel cutting for the fourth unit and the keel laying of the third are clear indications of the project’s progress and of the capability of our shipbuilding industry, further strengthened by the icebreaker projects that are about to begin.”
Die Eisbrecher, deren Auslieferung für 2028 vorgesehen ist, sollen einen direkten Effekt von ungefähr 2,000 Personenjahren auslösen. Der Gesamteffekt könnte bis zu 5,000 Personenjahre erreichen – zeitlich überlappend mit dem Bau der Korvetten.
Zukunftsausblick für die Werft Rauma
Von Seiten der finnischen Regierung betonte Arbeitsminister Matias Marttinen die strategische Bedeutung: „Squadron 2020 is a strategic project for Finland, and the icebreaker project opens a completely new dimension for our shipbuilding industry. RMC has become a leading supplier of governmental and military vessels in Finland.”
Im Zuge dieser Erweiterung kündigte RMC an, die Belegschaft von 300 auf knapp 400 Mitarbeitende zu erhöhen und damit die technische sowie organisatorische Aufstellung weiter zu stärken. Laut Nieminen soll diese Personalpolitik dazu beitragen, die industriellen Fähigkeiten zu festigen und sowohl im Heimmarkt als auch bei internationalen Projekten zusätzliche Verantwortung zu übernehmen.
Mit dem Baustart der vierten Korvette der Pohjanmaa-Klasse tritt Squadron 2020 in die letzte Produktionsphase ein und festigt seine Rolle als eines der wichtigsten Modernisierungsvorhaben der finnischen Marine der vergangenen zehn Jahre.
Bilder zu Illustrationszwecken.
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