GAC, einer der grössten Autohersteller Chinas, will in Europa langfristig fest Fuss fassen. Dafür hat das Unternehmen soeben eine Partnerschaft mit Magna bekannt gegeben – dem Spezialisten für Fahrzeug- und Komponentenfertigung – um seine Modelle direkt vor Ort zu produzieren.
Die Vereinbarung, die am 21. November 2025 offiziell gemacht wurde, umfasst Entwicklung, Industrialisierung, Lieferkette und Vertriebsnetz. Gemeinsam wollen GAC und Magna neue Elektro-Modelle für Europa auf die Räder stellen – mit dem klaren Anspruch, chinesische Technologie mit der industriellen Fertigungskompetenz des austro-kanadischen Unternehmens zu verbinden.
GAC-Strategie in Europa: lokal entwickeln und fertigen
Mit der lokalen Produktion will GAC europäischen Qualitätsanforderungen konsequenter entsprechen und Fahrzeuge anbieten, die stärker auf die Erwartungen der Kundschaft in Europa abgestimmt sind. Gleichzeitig hilft die Fertigung in Europa dabei, Importzölle zu umgehen, die von der Europäischen Union (EU) für Fahrzeuge aus China erhoben werden und bis zu 45,3% erreichen können.
Europäische Produktion hat bereits begonnen
Der GAC AION V, ein elektrisches SUV der Marke, läuft bereits im Magna-Werk in Graz (Österreich) vom Band. Die Fertigung in Europa soll es GAC ermöglichen, lokale Qualitätsstandards einzuhalten und Fahrzeuge näher an den Bedürfnissen der Konsumentinnen und Konsumenten auszurichten – und dabei zugleich die erwähnten Importtarife zu vermeiden.
Markteinführung und Ausbau des Vertriebsnetzes für den AION V
Der AION V ist bereits in Finnland, Polen und Portugal erhältlich. Weitere Märkte sollen folgen, sobald das Vertriebs- und After-Sales-Netz schrittweise ausgebaut ist.
Warum Magna
Dass GAC ausgerechnet Magna gewählt hat, überrascht kaum: Das Unternehmen zählt zu den weltweit grössten Zulieferern der Automobilindustrie und ist in 28 Ländern aktiv. In Graz werden nicht nur Verbrenner-Modelle entwickelt, sondern auch Hybridfahrzeuge und rein elektrische Fahrzeuge.
Magna fertigt derzeit ausserdem bereits Modelle für andere bekannte chinesische Marken, etwa für XPeng. Aus derselben Produktionslinie kommen zudem alle Mercedes-Benz G-Klasse sowie der BMW 5er und der Z4. Die chinesischen Modelle dürften voraussichtlich Kapazitäten übernehmen, die zuvor durch Jaguar und den Toyota GR Supra belegt waren.
Roland Prettner, Präsident von Magna Complete Vehicles, erklärte, die Partnerschaft „reflektiert das Vertrauen der GAC in die Erfahrung der Magna“ und werde dazu beitragen, die Europa-Strategie der Marke zu beschleunigen.
Wei Haigang, Präsident von GAC International, ergänzte: „Europa ist strategisch für die GAC. Mit der Magna können wir lokale Fahrzeuge von hoher Qualität anbieten – mit intelligenter Technologie und Fokus auf Nachhaltigkeit.“
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste!
Kommentar hinterlassen