Schmale Durchgänge, dichte Staudenbeete, verwinkelte Ecken … Der Segway Navimow i208 LiDAR verspricht, genau jene Gärten zu meistern, an denen viele Einsteiger-Mähroboter scheitern. Wir haben ihn deshalb zwei Monate lang auf einem anspruchsvollen Grundstück gefordert, um zu prüfen, ob sich die 1 99 euros wirklich rechtfertigen lassen.
Einen Mähroboter im Jahr 2026 auszuwählen, ist alles andere als einfach. Innerhalb von nur rund drei Jahren ist der Markt sowohl bei den Herstellern als auch bei den Modellreihen explodiert. Parallel dazu ersetzen die meisten Geräte inzwischen Antennen und zu verlegende Begrenzungsdrähte durch das Versprechen einer kabellosen Rasenpflege.
In diesem Umfeld drängen mehrere Navigationsansätze gleichzeitig nach vorn: RTK, KI-gestützte Sicht, LiDAR, Weitwinkelkamera – oft zu Preisen, die erstaunlich nahe beieinanderliegen. Je nach Garten und Anspruch verliert man dabei schnell den Überblick.
Ein konkretes Beispiel: Einen kabellosen Mähroboter findet man 2026 bereits für rund 600 euros – etwa den Mova ViAX 250. Der Haken: In dieser Preisklasse ist kein LiDAR an Bord, und die maximale Fläche bleibt bei 250 m².
Am anderen Ende positioniert sich etwa der Roborock RockNeo Q105: Er soll bis zu 500 m² abdecken – ebenfalls ohne LiDAR, dafür diesmal mit Antenne. Und dann kommen Hersteller mit besonders umfangreichen Portfolios dazu, darunter Mova, vor allem aber Segway Navimow, die im letzten Frühling rund zwanzig neue Modelle vorgestellt haben.
Genau in dieses Durcheinander startet der Navimow i208 LiDAR. Mit drei Sensoren zielt dieser kabellose Roboter weniger auf einfache Rasenstücke, sondern auf komplexe Gärten mit engen Passagen, Beeten und dichter Vegetation. Die angegebene Maximalfläche liegt bei 800 m², der Startpreis bei 1 99 euros. Passt diese Beschreibung zu Ihrem Grundstück, lohnt sich dieser Test besonders.
Was uns gefallen hat
Intuitive und schnelle Installation
Bei Segway ist 2026 ein Wendepunkt: Keiner der neuen, im Frühling präsentierten Mähroboter braucht noch einen einzugrabenden Begrenzungsdraht oder eine auffällige Antenne, die mitten im Garten stehen muss.
Wie die anderen Modelle der Reihe kommt der i208 LiDAR mit einer simplen Basis aus: Es genügt, die Ladestation an einem Ort aufzustellen, der Ihr Heim-Wi-Fi empfängt – und ein grosser Teil der Einrichtung ist bereits erledigt. Sobald die Verbindung steht (zusätzlich zum Bluetooth-Pairing), ist der Roboter bereit.
Für die Kartierung gibt es zwei Wege. Variante eins ist der Klassiker: Sie steuern den Roboter per virtueller Fernbedienung am Smartphone und fahren die Rasenkanten ab, um die Umrisse zu zeichnen. Das funktioniert gut, verlangt aber etwas Fingerspitzengefühl – besonders, wenn viele Ecken und Winkel im Spiel sind.
Variante zwei ist die automatische Kartierung, die sich bei neueren LiDAR-Modellen zunehmend etabliert. Dabei erkundet der Navimow i208 LiDAR die Fläche selbstständig und erstellt die Karte ohne Zutun. In der Praxis eignet sich diese Option allerdings vor allem für einfache, eher quadratische oder rechteckige Gärten mit wenigen Hindernissen – also gerade nicht für jene Grundstücke, für die dieses Modell eigentlich gedacht ist.
Ist die Karte einmal angelegt, lässt sie sich in 3D anschauen. Zudem können Sperrzonen, Grenzen und Durchgangspunkte gesetzt werden. Diese Phase ist zentral, weil sie die spätere Navigation stark beeinflusst. Für unsere erste Fläche von 250 m² benötigten wir insgesamt knapp 45 Minuten, um den Roboter einzurichten und die Kartierung abzuschliessen.
Extrem präzise Navigation und eine starke App
In puncto Orientierung ohne Antenne spielt der Navimow i208 LiDAR seine Trümpfe aus. Zur Positionsbestimmung nutzt er ein Trio aus Sensoren: einen LiDAR, der die Umgebung auch bei schwachem Licht abtastet, eine Weitwinkelkamera zur Hinderniserkennung sowie Satellitenpositionierung zur Einordnung der eigenen Position.
Das Resultat war im Test überzeugend – trotz einer Strecke, die wir absichtlich tückisch gewählt haben. Im Prüfbereich gab es zahlreiche Beete und dichte Pflanzenbereiche, Bäume mit deutlich sichtbaren Wurzeln, steinumrandete Rabatten, Gartenmöbel und kleine, verwinkelte Ecken. In keiner dieser Situationen ist der Navimow i208 LiDAR in eine Falle geraten.
Während der zwei Monate mussten wir ihn kein einziges Mal von Hand aus einer ungünstigen Lage befreien. Um ihn zusätzlich zu fordern, haben wir spontan und unvorhersehbar Gegenstände in seinen Fahrweg gelegt – auch diese hat er ohne Mühe umfahren.
Softwareseitig ist die Navimow-App angenehm umfangreich, ohne überladen zu wirken. Die Schnitthöhe lässt sich je Zone zwischen 20 und 70 mm einstellen. Ausserdem können Sie die Richtung der Mähbahnen wählen, damit der Rasen weniger Spuren zeigt. Ansonsten fehlt kaum etwas: Zeitpläne, Tastensperre als Kinderschutz sowie ein Regensensor, damit der Roboter bei Gewitter nicht weiterarbeitet.
Segway geht sogar noch einen Schritt weiter und bietet die Option, ein Herz oder einen Buchstaben ins Gras zu „zeichnen“. Wer künstlerisch veranlagt ist – oder einen originellen Heiratsantrag plant – kann das durchaus nutzen.
Sauberes Schnittbild und hochwertige Verarbeitung
Dreht man den Navimow i208 LiDAR um, sieht man ein Mähdeck mit sechs Klingen, das den Rasen auf rund 22 cm Breite schneidet. Das ist nicht das breiteste System am Markt (einige Modelle erreichen 26 cm), doch das Ergebnis überzeugt.
Beim Mähen arbeitet der Roboter in klaren, parallel verlaufenden Bahnen. Von Anfang bis Ende bleibt er strukturiert und wirkt nie orientierungslos. Während andere Mähroboter teils zufällig hin und her fahren, bleibt der i208 LiDAR stets methodisch – und liefert eine saubere, vor allem sehr gleichmässige Schnittfläche.
Nahezu kein einzelner Halm und keine kleine Grasinsel bleibt stehen. „Nahezu“ deshalb, weil ein weiterer Vorteil der präzisen Navigation sichtbar wird: Kleine Blumen, die gelegentlich im Weg stehen, werden sorgfältig umfahren und nicht beschädigt – und das, ohne dass man Gänseblümchen zuvor als Sperrzone definieren müsste.
Was uns weniger gefallen hat
Rasenkanten: das ewige Problem
Wie Saugroboter, die in engen Ecken oft Mühe haben, stossen auch Mähroboter an einen bekannten Grenzenpunkt: das Mähen direkt an der Kante. Die perfekte Rasenkante ist derzeit eines der zentralen Themen – und jeder Hersteller versucht, dafür eine Lösung zu finden.
Beim ViAX 250 setzt Mova beispielsweise auf einen manuellen Modus, bei dem man den Roboter selbst führt, um heikle Stellen nachzuarbeiten. Beim i208 LiDAR stützt sich Navimow stattdessen auf die standardmässig aktivierte EdgeSense-Technologie.
In der Praxis läuft es so: Bei einem normalen Durchgang fährt der Roboter zuerst entlang der Begrenzung und füllt danach die Fläche innen auf. Dabei nähert er sich der Kante so weit, dass im Idealfall nur etwa 5 cm stehen bleiben. Entlang eines Kieswegs oder an einer sehr ebenen Terrasse funktioniert das gut – er kommt der Linie sehr nahe und „überlappt“ sie beinahe.
An einer Wand oder bei dichter Vegetation gilt jedoch: Wunder gibt es keine. Da sich das Mähdeck nicht seitlich ausstellt, bleiben eher 10 bis 15 cm ungeschnitten. Wer besonders pingelig ist, wird also weiterhin an gewissen Stellen mit der Handschere nacharbeiten.
Räder mit Schlupf und etwas lange Ladezeit
Der Roboter fährt hinten mit zwei angetriebenen Rädern und vorn mit zwei lenkbaren Rollen – eine übliche Bauweise, die auf trockenem Boden sehr gut funktioniert. Er bewegt sich leichtfüssig und nimmt auch enge Kurven sauber. Zudem bewältigt er Steigungen bis 45 %, also rund 24 Grad, ohne zu zögern.
Sobald der Untergrund aber weich wird oder nach Regen durchnässt ist, können die Räder stellenweise durchdrehen. Das ist nicht dramatisch, aber klar: Auch wenn er komplexe Gärten gut navigiert, sollte man ihn nicht als Offroad-Profi für sehr steile, matschige Bereiche einplanen.
Bei der Ausdauer macht er vieles richtig. Mit seinem 5,1 Ah Akku schafft er pro Session etwa 215 bis 240 m². Weniger überzeugend ist hingegen die Ladezeit.
Bevor er wieder loslegt, vergehen gut zwei Stunden. Hochgerechnet auf die maximale Fläche von 800 m² bedeutet das: ungefähr vier Mäh- und Ladezyklen – also rund ein Dutzend Stunden, verteilt über ein bis zwei Tage.
Ein paar weitere kleine Patzer
Einige Details verhindern, dass der Navimow i208 LiDAR eine makellose Vorstellung abliefert. Erstens ist die Mäh-Individualisierung für ein Gerät dieser Preisklasse etwas knapp. Man kann weder festlegen, in welcher Reihenfolge mehrere Zonen abgearbeitet werden, noch wie oft er an der Kante entlangfährt oder mit welcher Drehzahl die Klingen laufen. Unterm Strich sind alle Mähvorgänge sehr ähnlich.
Zweitens: das 4G-Modul. Der Nutzen liegt darin, den Roboter auch ausserhalb der Wi-Fi-Reichweite zu steuern. Wenn Sie in den Ferien sind, können Sie beispielsweise eine Mähfahrt starten oder sich benachrichtigen lassen, falls jemand versucht, das Gerät mitzunehmen. Dank GPS lässt es sich dann orten. Dieses Extra ist allerdings nur im ersten Jahr inklusive. Danach werden 30 euros pro Jahr fällig, wenn man die Funktion weiter nutzen will.
Drittens: So robust der Roboter selbst wirkt, so wenig Vertrauen flösst die Ladestation ein. Die kleinen orangefarbenen Akzente bringen zwar etwas Farbe, doch das Gehäuse besteht aus sehr dünnem Kunststoff – eher so, wie man es von günstigeren Modellen kennt. Und falls Sie zusätzlich eine Garage montieren möchten, um den Roboter vor Regen zu schützen, kommen nochmals 149 euros dazu. Solche Zuschläge können die Gesamtrechnung schnell erhöhen.
Unser Eindruck vom Segway Navimow i208 LiDAR
Auch wenn Mähroboter tendenziell günstiger werden, lohnt sich eine nüchterne Einordnung. Für eine flache, einfache Rasenfläche – quadratisch oder rechteckig – und insgesamt unter 500 m² können preiswertere Modelle unter 1 00 euros völlig ausreichen. Beispiele dafür sind der Roborock RockNeo Q105 oder der Mova ViAX 250, die wir kürzlich getestet haben.
Sobald ein Garten jedoch anspruchsvoller wird – mit Beeten, dichter Bepflanzung, Terrasse, Kieswegen oder schmalen Durchgängen – ändern sich die Anforderungen deutlich. Für solche „komplexen Gärten“ ist ein LiDAR-Navigationssystem praktisch unverzichtbar.
Genau hier setzt der Navimow i208 LiDAR an. Mit seinem Sensor-Trio navigiert er extrem präzise und erkennt Hindernisse zuverlässig. Die Inbetriebnahme geht schnell und kommt ohne zu platzierende Antenne aus, das Schnittbild ist sauber, und die App ist insgesamt sehr vollständig.
Trotzdem ist nicht alles perfekt: Bei den Kanten gibt es weiterhin Luft nach oben, und bei sehr steilen Passagen zeigt die Traktion Grenzen. Das sind keine K.-o.-Kriterien, sollten aber einkalkuliert werden. Wer einen komplexen Garten bis 800 m² mit vielen Hindernissen und verwinkelten Bereichen hat, findet im i208 LiDAR aktuell eine der stärksten Optionen.
Segway Navimow i208 LiDAR
1 99 euros
Gesamtwertung: 8.6
| Kategorie | Wertung |
|---|---|
| Installation | 9.5/10 |
| Navigation und Hinderniserkennung | 9.5/10 |
| Schnittqualität und Rasenkanten | 8.5/10 |
| App und Optionen | 8.0/10 |
| Ausdauer und Laden | 7.5/10 |
Das gefällt uns
- Schnelle, unkomplizierte Installation
- Extrem präzise Navigation und Hinderniserkennung
- Eine vollständige App
- Dichtes, gleichmässiges Mähergebnis ohne „vergessene“ Stellen im Zentrum
- Sehr gute Verarbeitungsqualität
Das gefällt uns weniger
- Rasenkanten weiterhin verbesserungsfähig
- Räder drehen auf sehr weichem Untergrund oder bei steiler Hanglage durch
- Wenig Möglichkeiten zur Personalisierung der Mähstrategie
- 4G-Modul nach einem Jahr kostenpflichtig
- Ladestation aus sehr dünnem Kunststoff
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