Eine der häufigsten Ursachen für Feuchtigkeit im Haus ist Wasser, das über das Dach eindringt. Findet Regen durch kleine Öffnungen einen Weg, läuft er über Deckenplatten, Wände und teils sogar entlang von Elektroinstallationen – das kann sowohl die Sicherheit als auch den Werterhalt der Liegenschaft beeinträchtigen. In solchen Fällen kann es hilfreich sein zu wissen, wie eine hausgemachte Dachabdichtung funktioniert: Sie ist eine pragmatische, günstige Sofortlösung, vor allem bei älteren Dächern oder wenn längere Zeit keine Wartung gemacht wurde.
Was ist eine hausgemachte Dachabdichtung und wann ist sie sinnvoll?
Eine hausgemachte Dachabdichtung ist eine dickflüssige Mischung aus einem vinylbasierten Voranstrich/Haftgrund (Vinyl-Sealer), Zement und Stücken aus expandiertem Polystyrol (Styropor, auch als Telgopor bekannt). Nach dem Trocknen entsteht eine Schicht, die das Eindringen von Wasser über kleine Risse, Poren und Fugen auf frei bewitterten Betonplatten (z. B. Deckenplatten) sowie an bestimmten Dachbereichen vermindert.
Gedacht ist diese Lösung für gezielte Ausbesserungen – insbesondere dort, wo bereits Tropfenbildung (Goteiras) auftritt oder erste Anzeichen von Durchfeuchtung sichtbar sind. Für grosse Flächen ersetzt sie keine professionellen Systeme, kann aber kurzfristig helfen, Zeit zu gewinnen und Folgeschäden in Schlafzimmern, Wohnräumen, Küchen oder Abstellräumen zu begrenzen.
Welche Materialien braucht man für eine hausgemachte Dachabdichtung?
Die Zutaten für diese Mischung sind in der Regel unkompliziert, preiswert und in Baumärkten erhältlich. Das Prinzip: gute Haftung, ausreichende mechanische Widerstandsfähigkeit und eine eher pastöse Konsistenz, damit sich das Material auf Mauerwerk und Beton gut verstreichen lässt.
Für eine Basisausstattung, die häufig für diesen Feuchtigkeitsschutz verwendet wird, braucht man typischerweise:
- 5 Liter Vinyl-Sealer bzw. vinylbasierter Fixierer/Haftgrund, geeignet für Wände und Mauerwerksoberflächen
- 5 kg Zement, weiss oder grau
- 4 Stücke expandiertes Polystyrol (Styropor/Telgopor) mit je ca. 60 cm Länge
- Einen Eimer oder einen grossen Behälter zum Anrühren
- Einen Spachtel zum Mischen
- Eine Farbrolle (oder ein vergleichbares Werkzeug) zum Auftragen auf die Fläche
Wie wird die hausgemachte Dachabdichtung vorbereitet und auf dem Dach aufgetragen?
Beim Anrühren kommt es auf die Mengenverhältnisse und darauf an, dass die Masse wirklich gleichmässig wird – das beeinflusst Haftung und Wirkung der Schicht direkt. Gemischt wird idealerweise an einem gut belüfteten Ort und mit Handschuhen, Schutzbrille sowie Kleidung, die schmutzig werden darf.
Üblicherweise läuft es in drei Hauptschritten ab: Mischung herstellen, Untergrund vorbereiten, Material auftragen. Zuerst kommt der Vinyl-Sealer in den Eimer; danach wird der Zement nach und nach zugegeben, bis eine gleichmässige Paste entsteht. Anschliessend werden die Polystyrolstücke beigefügt und so lange eingerührt, bis sie sich auflösen und die Masse dick, dicht und homogen ist. Danach muss die Dachfläche sauber vorbereitet werden: abkehren, reinigen, lose Stellen entfernen und vollständig trocknen lassen, damit die Paste gut haftet. Aufgetragen wird sie mit Rolle oder Quast; Ecken, Risse sowie Übergänge zwischen Deckenplatte und Wand sollten dabei besonders sorgfältig und verstärkt behandelt werden.
Wie lange hält eine hausgemachte Dachabdichtung auf dem Dach?
Diese Lösung hält meist einige Monate; wie lange genau, hängt unter anderem von der Regenintensität, der Sonneneinstrahlung und dem allgemeinen Zustand des Dachs ab. In vielen Fällen dient sie als temporäre Verstärkung, bis ein professionelles, langlebigeres und fachgerecht dimensioniertes System umgesetzt werden kann.
Damit das Ergebnis möglichst gut ausfällt, sollten Tage mit stabilem Wetter ohne Regenprognose gewählt werden. Die frisch abgedichtete Stelle sollte nicht betreten werden, und während der ersten Regenfälle lohnt es sich, das Hausinnere gezielt zu beobachten. Je nach starker Exposition können punktuelle Nachbesserungen nötig sein. Zusätzlich hilft eine jährliche Sichtkontrolle des Dachs, neue Schwachstellen früh zu erkennen und das Risiko stärkerer Durchfeuchtungen zu senken.
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