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Essig beim Wäschewaschen: Anwendung, Wirkung und Vorsicht

Person gießt flüssiges Waschmittel aus Glasflasche vor offene Waschmaschine mit gefalteten Handtüchern im Vordergrund.

Beim Wäschewaschen mit Essig ist in den letzten Jahren beliebt geworden, weil er Gerüche abschwächen, Waschmittelrückstände lösen und manche Stoffe weniger steif wirken lassen kann. Meist wird dafür destillierter weisser Essig verwendet. Er ersetzt jedoch kein Waschmittel und sollte nur sparsam eingesetzt werden, damit weder empfindliche Fasern noch Teile der Maschine unnötig belastet werden.

Warum kann Essig die Wäsche weicher machen?

Die Säure im Essig kann einen Teil der alkalischen Rückstände auflösen, die durch Waschmittel und Weichspüler zurückbleiben. Lagern sich solche Ablagerungen in den Fasern ab, können Handtücher, Bettwäsche und T-Shirts trotz Spülen rau und hart werden.

Am deutlichsten fällt der Effekt oft bei robusten Textilien auf, wenn zuvor zu viel Produkt dosiert wurde. Häufige Gründe, weshalb Essig genutzt wird, sind:

  • Seifen- und Waschmittelrückstände aus den Fasern zu reduzieren
  • die Steifigkeit von Handtüchern und Bettwäsche zu verringern
  • einen Teil hartnäckiger Gerüche zu neutralisieren
  • die wachsartige Schicht zu vermeiden, die manche Weichspüler hinterlassen

Wie lässt sich das Produkt verwenden, ohne zu viel zu nehmen?

Zum Weichmachen und Entodorieren wird üblicherweise 1/4 bis 1/2 Tasse weisser Essig im Spülgang verwendet (ca. 60–120 ml), sofern die Bedienungsanleitung der Waschmaschine dies erlaubt. Essig sollte nicht zusammen mit dem Waschmittel eingefüllt werden, da sich beide Mittel in ihrer Wirkung gegenseitig abschwächen können.

  • Vor der ersten Anwendung die Hinweise des Herstellers prüfen
  • nur weissen Essig ohne Farbstoffe oder Zucker verwenden
  • das Produkt ausschliesslich in das dafür freigegebene Fach geben
  • den Vorgang nicht bei jeder Wäsche wiederholen
  • vollständig spülen, damit der saure Geruch verschwindet

Beseitigt Essig Gerüche aus Kleidungsstücken wirklich?

Weisser Essig kann unterstützen, wenn unangenehme Gerüche mit Schweiss, Feuchtigkeit oder Produktablagerungen in den Fasern zusammenhängen. Bei widerstandsfähigen Teilen ist es auch möglich, sie vor dem normalen Waschen kurz in Wasser mit einer kleinen Menge Essig einzuweichen.

Allein löst Essig jedoch weder tief sitzende Flecken noch weit verbreiteten Schimmel oder Gerüche, die durch falsche Lagerung entstehen. Dann ist es ebenso wichtig, die auf dem Etikett angegebene Temperatur einzuhalten, ein passendes Waschmittel zu verwenden und die Wäsche vollständig zu trocknen, bevor sie weggeräumt wird.

Bei welchen Textilien sollte man diesen Trick vermeiden?

Baumwolle, Leinen, Polyester, Nylon und Mikrofaser vertragen eine gelegentliche Anwendung in der Regel besser. Die Säure kann hingegen Seide, Acetat, wenig farbechte Textilien sowie Stücke mit Elastikanteilen beeinträchtigen. Deshalb sollten Pflegeetikett und ein Test an einer unauffälligen Stelle die Vorgehensweise bestimmen.

  • empfindliche Stoffe nicht ohne vorherigen Test behandeln
  • nicht direkt auf Elastik und empfindliche Prints geben
  • Essig niemals mit chlorhaltiger Bleiche (Chlorbleiche) mischen
  • bei Ausbleichen oder Veränderungen der Fasern die Anwendung sofort stoppen

Die Pflege der Waschmaschine ist genauso wichtig wie das Ergebnis an der Wäsche

Je nach Hersteller fallen die Empfehlungen unterschiedlich aus. Einige Maschinen erlauben Essig in bestimmten Programmen, andere warnen, dass häufiger Einsatz Schläuche, Dichtungen und Gummiteile angreifen kann. Darum gilt: Die Anleitung des jeweiligen Modells hat Vorrang vor jeder Hausmittel-Empfehlung.

Wird Essig in der Wäsche nur eingesetzt, wenn es wirklich nötig ist, kann er Rückstände verringern und bei robusten Stoffen wieder ein weicheres Gefühl herstellen. Ob die Methode den Textilien nützt, ohne die Lebensdauer des Geräts zu verkürzen, hängt vor allem von der moderaten Dosierung, einem gründlichen Spülgang und der Verträglichkeit mit der Waschmaschine ab.

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