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Japanische Wissenschaftler testen Zebrastreifen auf schwarzen Kühen gegen Stechfliegen

Schwarz-weisse Kuh steht auf Wiese, umgeben von anderen Kühen, im Sonnenlicht mit Notizblock und Dose im Vordergrund.

Japanische Wissenschaftler haben schwarze Kühe mit weissen Streifen bemalt, um zu klären, ob das Zebramuster stechende Fliegen vom Landen abhält. Bei den gestreiften Tieren wurde nur ungefähr halb so viele Landungen gezählt wie in den Vergleichsgruppen. Zudem zeigten sie weniger Abwehrbewegungen, was die Annahme stützt, dass Streifen als visuelle Schutzstrategie wirken.

Wie wurde das Experiment mit den Kühen durchgeführt?

Für die Untersuchung setzten die Forschenden sechs Tiere der Rasse Japanese Black ein und verglichen drei Bedingungen miteinander. Jede Kuh durchlief alle Varianten, damit sich beobachten liess, wie sich ein verändertes Erscheinungsbild auf das Anfliegen der Insekten auswirkt.

  • Kühe, die mit schwarz-weissen Streifen bemalt wurden, ähnlich wie bei Zebras;
  • Kühe, die nur schwarze Streifen erhielten, die auf dem Fell kaum auffielen;
  • Kühe ohne Bemalung als Kontrollgruppe;
  • Zählung der Insekten, die auf Körper und Beinen landeten;
  • Protokollierung von Schwanz-, Kopf- und Hautbewegungen, mit denen Fliegen vertrieben werden.

Warum reduzierten weisse Streifen die Zahl der Landungen?

Bei Kühen mit dem schwarz-weissen Muster wurden weniger Fliegen auf dem Körper festgestellt als bei unbemalten Tieren oder bei Tieren, die lediglich schwarze Streifen trugen. Weil die dunkle Farbe allein keinen vergleichbaren Effekt hatte, spricht das Ergebnis eher für den visuellen Eindruck der Oberfläche – und nicht bloss für Geruch oder Zusammensetzung der verwendeten Farbe.

Als mögliche Erklärung gilt, dass der starke Kontrast zwischen den Streifen die Wahrnehmung von Bewegung und Distanz bei den Insekten stört. Die Fliegen können sich weiterhin nähern, haben jedoch offenbar mehr Mühe, die Geschwindigkeit zu steuern und auf einer gestreiften Fläche stabil zu landen.

Welche Verhaltensweisen nahmen bei den bemalten Tieren ab?

Neben der Fliegenzählung beobachtete das Team auch typische Abwehrreaktionen des Rindviehs. Kühe mit Zebrasstreifen zeigten insgesamt weniger defensive Handlungen, ein Hinweis darauf, dass sie seltener belästigt wurden.

  • wiederholtes Kopfschütteln;
  • Ohrenbewegungen, um Insekten zu treffen;
  • Schlagen des Schwanzes gegen den Körper;
  • Zusammenziehen der Haut, um sitzende Fliegen abzustreifen;
  • Bewegen der Beine und Stampfen mit den Hufen auf den Boden.

Erklärt die Studie, warum Zebras Streifen entwickelt haben?

Die Befunde stützen die Theorie, dass die Fellzeichnung von Zebras Angriffe blutsaugender Fliegen reduziert. Auch andere Experimente haben gezeigt, dass solche Insekten auf Tieren und Oberflächen mit kontrastreichen Streifen seltener landen.

Die Arbeit mit Kühen untersuchte jedoch weder direkt die Evolution der Zebras noch schloss sie allein sämtliche alternativen Erklärungen aus – etwa Wärmeregulierung, soziale Wiedererkennung oder das Verwirren von Fressfeinden. Gezeigt wurde vor allem praktisch, dass ein Streifenmuster den Kontakt mit Insekten verringern kann.

Können Streifen Insektizide in der Rinderhaltung ersetzen?

Stechende Fliegen verursachen Reizung, unterbrechen die Futteraufnahme und können Krankheiten übertragen, was das Wohlbefinden und die Leistung von Herden beeinträchtigt. Das schwarz-weisse Muster könnte daher als Vorlage für Kontrollmethoden dienen, die mit weniger Insektiziden auskommen. Allerdings ist das manuelle Bemalen zeitaufwendig und verschwindet, sobald das Haar nachwächst oder durch Regen und Waschen abgetragen wird.

Der Versuch machte deutlich, dass ein visuelles Merkmal das Verhalten der Insekten verändern kann, ohne sie zu töten. Bevor daraus eine breit eingesetzte Praxis wird, braucht es allerdings Untersuchungen mit mehr Tieren, in unterschiedlichen Klimazonen sowie mit Materialien, die sicher, langlebig und für den Kontakt mit der Haut von Rindern geeignet sind.


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